Die Universität Regensburg feierte kürzlich das Richtfest für das CITO-Laborgebäude, ein Neubauprojekt, das die Forschungslandschaft in Bayern maßgeblich prägen soll. Das Center for Immunomedicine in Transplantation and Oncology wird ab dem Jahr 2028 rund 100 Wissenschaftler aus den Bereichen Medizin, Biologie, Vorklinische Medizin, Bioinformatik und Datenwissenschaften in einem interdisziplinären Umfeld vereinen. Ihre gemeinsame Aufgabe besteht in der detaillierten Entschlüsselung komplexer Immunzell-Gewebe-Interaktionen bei Krebserkrankungen und Transplantationen unter Einsatz modernster Technologien.
Bayerns Bauminister Christian Bernreiter besichtigte den Neubau und betonte dabei dessen Bedeutung für die Zukunft der Medizinforschung. Er führte aus, dass der Freistaat mit diesem modernen Forschungsgebäude eine passgenaue Labor- und Kommunikationsinfrastruktur schafft. Dies sei ein klares Bekenntnis der Staatsregierung zum Standort Regensburg und eine Investition in Wissen, Innovation sowie verbesserte Behandlungsmöglichkeiten, wodurch die Zukunftsfähigkeit Bayerns gestärkt werde.
Struktur und Nachhaltigkeit des Neubaus
Das von Doranth Post Architekten aus München entworfene Gebäude befindet sich auf dem Gelände der Uniklinik Regensburg. Der dreigeschossige Stahlbetonbau weist eine Länge von 61,5 Metern, eine Breite von circa 27 Metern und eine Höhe von 15,5 Metern auf. Seine Längsseite ist zur Straße hin ausgerichtet und schließt den städtebaulichen Raum zum Klinikum hin ab. Ein separater Vorplatz kennzeichnet den Haupteingang. Die horizontale Fassadengliederung aus Aluminium-Paneelen fügt sich in das Campusbild ein.
Die oberen Geschosse des CITO sind für Labor- und Bürobereiche sowie für Gemeinschaftsflächen vorgesehen. Im Erdgeschoss befinden sich öffentliche Bereiche wie das Foyer und Seminarräume. Das Untergeschoss beherbergt Technikzentralen und weitere Speziallabore. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf rund 64,6 Millionen Euro, finanziert von Bund und Freistaat.
Technologische Ausstattung und interdisziplinärer Ansatz
Der Neubau erfüllt hohe Nachhaltigkeitsstandards durch eine hochwertige Gebäudehülle und regenerative Energien. Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über hocheffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Wärmerückgewinnung. Das begrünte Flachdach ist mit einer 105 kWp-Photovoltaikanlage ausgestattet, die jährlich etwa 50 Tonnen CO2 einspart, was die weitgehende Autarkie des Gebäudes unterstreicht.
Wissenschaftsminister Markus Blume hob die gemeinsame Investition in diesen Forschungsbau hervor. Er bezeichnete das CITO als ein klares Bekenntnis zu exzellenter Forschung und medizinischem Fortschritt mit dem Ziel, Heilung zu ermöglichen und Hoffnung zu geben. Der interdisziplinäre Ansatz zur Erforschung krankhafter Veränderungen von Immunzellen und Gewebe verspricht avancierte Erkenntnisse. Regensburg entwickelt sich damit zu einem internationalen Zentrum der Immunmedizin, was ein starkes Signal im Kampf gegen schwere Krankheiten darstellt. Die Universität Regensburg arbeitet zudem mit Instituten wie dem Leibniz-Institut für Immuntherapie und dem Fraunhofer-Institut für Toxikologie zusammen, um den Wissenschaftsstandort Bayern zu stärken.




