Moderne Wärmepumpensysteme bieten neben der Heizfunktion zunehmend auch die Möglichkeit zur Raumkühlung. Das Unternehmen Nordwærme hat ein System entwickelt, das diese Funktionalität durch die Nachrüstung von Fußbodenheizungen in bestehenden Immobilien nutzbar macht. Dies ermöglicht eine konstante Raumtemperierung über das gesamte Jahr hinweg, ohne die Notwendigkeit separater Klimaanlagen.
Die Technologie basiert auf dem Prinzip, die bereits vorhandene Fläche einer Fußbodenheizung im Sommer zur Abgabe von Wärme zu nutzen. Sönke Löser, Mitgründer von Nordwærme, erklärte, dass die Fußbodenheizung somit im Sommer zur Kühlung und im Winter als Wärmespender dient. Dies ist insbesondere für Bestandsimmobilien relevant, da eine schnelle Nachrüstung realisierbar ist. Die großflächige Arbeitsweise der Fußbodenheizung minimiert dabei die Gefahr einer Unterkühlung, da die Wärme dem Raum langsam und gleichmäßig entzogen wird, ohne dass Kondensationsprobleme oder Zugluft entstehen.
Prozess und Wirtschaftlichkeit der Nachrüstung
Die Installation des Systems erfolgt in einem standardisierten Verfahren. Zunächst wird der bestehende Bodenbelag entfernt. Anschließend fräst Nordwærme die Kanäle für die Heizrohre direkt in den Estrich. Nach dem Verlegen der Rohre werden die Kanäle verschlossen. Der abschließende Schritt umfasst die Verlegung eines neuen Bodenbelags durch einen spezialisierten Bodenleger. Dieser Prozess trägt auch zur optischen Aufwertung der Räumlichkeiten bei.
- —Kanäle für Fußbodenheizung in den Estrich fräsen.
- —Rohre verlegen und Kanäle verschließen.
- —Optional: Kontakt zu Fachbetrieben für Wärmepumpeninstallationen.
- —Anschlussarbeiten an das Heizungssystem und Verlegung eines neuen Bodenbelags.
Die Investitionskosten für die Nachrüstung einer Fußbodenheizung liegen in der Regel zwischen 3.000 und 5.000 Euro, abhängig von der Raumgröße und der Bodenausführung. Hinzu kommen die Kosten für die Bodenlegerarbeiten. Die gesamte Maßnahme ist üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Wochen abgeschlossen, wodurch die Immobilie für die Heiz- und Kühlsaison vorbereitet ist.
Förderfähige Maßnahmen und weitere Vorteile
Die Umrüstung auf eine Fußbodenheizung mit Kühlfunktion verbessert die energetische Bilanz einer Immobilie signifikant. Dies qualifiziert Eigentümer für staatliche Förderprogramme. Bei Einzelmaßnahmen können bis zu 20 Prozent der Kosten übernommen werden. Wird das System im Rahmen einer umfassenden energetischen Sanierung zusammen mit einer neuen Wärmepumpe installiert, können Förderquoten von über 50 Prozent erreicht werden. Sönke Löser betonte, dass der Betrieb der Fußbodenheizung im Winter spürbar sparsamer sei als bei klassischen Heizkörpern, was zu einer effizienteren Wärmeverteilung bei geringerem Energieverbrauch führt.
Nordwærme konzentriert sich auf das Einfräsen der Bodenkanäle und das Verlegen der Heizrohre. Für die Installation einer neuen Wärmepumpe vermittelt das Unternehmen Kontakte zu regionalen Fachbetrieben. Dies gewährleistet eine gesamtheitliche und auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Lösung für Immobilienbesitzer, die eine moderne und energieeffiziente Temperierung ihrer Wohnräume anstreben.




