Der ZIA begrüßt die Initiative von Bundesbauministerin Verena Hubertz und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil zum direkten Dialog zwischen Investoren, Immobilienwirtschaft, Verbänden und Verwaltung im Rahmen des X8 BauDialogs. Angesichts der angespannten Marktlage wird dieser Austausch als essenziell erachtet, um Investitionen, insbesondere im Wohnungssegment, erneut zu stimulieren. Iris Schöberl, Präsidentin des ZIA, hebt hervor, dass die aktuelle Krise im deutschen Wohnungsbau sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Ursachen aufweist.
Für den dringend benötigten Wohnungsneubau sind erhebliche private Investitionen erforderlich. Investoren agieren derzeit jedoch zurückhaltend. Ursächlich hierfür sind schwierige Finanzierungsbedingungen, regulatorische Unsicherheiten, steigende Kosten und teilweise langwierige Genehmigungsverfahren. Ohne international konkurrenzfähige Rahmenbedingungen sei es nicht möglich, die notwendigen privaten Mittel zu mobilisieren. Iris Schöberl weist darauf hin, dass eingeschränkte Finanzierungsbedingungen und fehlendes Eigenkapital bei vielen Projekten signifikante Hürden darstellen.
Vorschläge zum „Finanz-Turbo“ und Rahmenbedingungen
Der ZIA schlägt einen „Finanz-Turbo“ vor, der durch eigenkapitalersetzende Maßnahmen wie staatliche Bürgschaften, Garantien oder Zuschüsse wirken soll. Diese Instrumente könnten Finanzierungshürden für Projektentwickler, Investoren und private Haushalte gleichermaßen reduzieren. Für Projektentwickler würde dies die Umsetzung wirtschaftlich tragfähiger Projekte erleichtern und zusätzliches privates Kapital anziehen. Privaten Haushalten wiederum würde der Zugang zu Krediten und damit der Erwerb von Wohneigentum erleichtert.
Ergänzend hierzu fordert der ZIA verbesserte und verlässliche Abschreibungsbedingungen, um Investitionen attraktiv zu gestalten und zusätzliche Liquidität freizusetzen. Die resultierenden steuerlichen Mehreinnahmen aus Umsatzsteuer und Beschäftigungseffekten würden die fiskalischen Auswirkungen der Abschreibungen mittelfristig kompensieren. Außerdem betrachtet der ZIA die Rahmenbedingungen für den Immobilienerwerb als entscheidend. Wohneigentum wird als Basis für Vermögensbildung und Altersvorsorge sowie als wichtiger Baustein für den wirtschaftlichen Aufstieg vieler Menschen gesehen. Daher plädiert der ZIA für eine deutliche Reduzierung der Grunderwerbsteuer oder deren Aussetzung für Ersterwerber von Wohneigentum und private Vermieter.
Kritik an Vergesellschaftungsdebatten
Besondere Kritik übt der ZIA an der Debatte um Vergesellschaftung und Enteignung. Schöberl betont, dass solche Diskussionen die dringend benötigten Investitionen in den Wohnungsbau abwürgen. Eine fehlende klare Positionierung der Bundesregierung in dieser Frage konterkariere den Zweck jedweder Investorenkonferenz. Der ZIA vertritt die Ansicht, dass zur Schaffung von Wohnraum Investitionen ermöglicht und nicht bekämpft werden müssen. Die Bundesregierung sei gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, die Investitionen im Wohnungsmarkt nachhaltig schützen.




