Die jüngste Veröffentlichung der Studie „Mobilität in Deutschland“ bietet eine umfassende Analyse des Mobilitätsverhaltens im Freistaat Bayern. Als größte bundesweite Mobilitätsstudie nach der Corona-Pandemieperiode liefert sie detaillierte Erkenntnisse zur Nutzung verschiedener Verkehrsmittel und zu den Veränderungen der letzten Jahre. Die Ergebnisse der speziellen bayerischen Auswertung bestätigen, dass der etablierte bayerische Mobilitätsmix tragfähig ist. Staatsminister Christian Bernreiter betonte bei der Präsentation, dass keine Verkehrsträger gegeneinander ausgespielt werden, sondern ein abgestimmter Mix angestrebt wird, welcher die jeweiligen Stärken der verschiedenen Verkehrsmittel integriert.
Der Freistaat Bayern trug maßgeblich zur hohen Stichprobendichte bei. Dies ermöglicht detaillierte Auswertungen für alle Regionen. Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage für weitere Verkehrsstudien und Gutachten, welche die Kommunen in ihrer lokalen Mobilitätsplanung unterstützen. Bundesweite Trends manifestieren sich auch in Bayern, einschließlich des erwarteten Unterschieds in der Mobilität zwischen urbanen und ländlichen Gebieten. Eine aus der Pandemiezeit resultierende Entwicklung, die Zunahme des Rad- und Fußverkehrs, ist ebenfalls bestätigt worden, insbesondere in den Städten zeigt sich eine signifikante Steigerung im Vergleich zu 2017.
Akzeptanz des Individualverkehrs und Herausforderungen im ÖPNV
Die Zufriedenheit mit dem motorisierten Individualverkehr, einschließlich Pkw und Motorrädern, hat bayernweit zugenommen, wobei 77 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden sind. Demgegenüber steht die Zufriedenheit mit der Qualität des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), die lediglich bei jedem dritten Befragten gegeben ist. Minister Bernreiter hob hervor, dass die Angebotsqualität im ÖPNV von größerer Bedeutung ist als der Preis, insbesondere in ländlichen Gebieten. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer leistungsfähigen Infrastruktur, attraktiver Angebote und angemessener Tarife mit einfachem Vertrieb.
Die Studiendaten wurden im Auftrag des Bundes durch das infas – Institut für angewandte Sozialwissenschaft erhoben. Zwischen April 2023 und Juli 2024 wurden in Deutschland Daten von etwa 220.000 Haushalten gesammelt. In Bayern umfassen die Erhebungen über 39.000 Haushalte und mehr als 78.000 Personen, die zu ihrem Mobilitätsverhalten interviewt wurden. Der Freistaat investierte zusätzlich 1,4 Millionen Euro für eine regionale Vertiefung der Daten. Damit liegen nach den Erhebungen von 2002, 2008 und 2017 erneut vergleichbare Daten des Mobilitätsverhaltens vor. Diese fließen direkt in das Landesverkehrsmodell Bayern ein, welches Kommunen, Forschungseinrichtungen und staatliche Bauämter als einheitliche und valide Basis für verkehrsplanerische Fragestellungen nutzen. Aufgrund des Umfangs der Daten lässt sich das Mobilitätsverhalten teilweise bis auf die Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise analysieren.
Fokus auf Infrastruktur und Finanzierung
Die Ergebnisse der Studie bekräftigen die Forderung an den Bund zur Erhöhung der Regionalisierungsmittel. Dies wird als entscheidend erachtet, um ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot auch in den ländlichen Regionen Bayerns gewährleisten zu können. Die Fortentwicklung der Infrastruktur bleibt ein zentrales Anliegen zur Sicherstellung einer zukunftsfähigen Mobilität im Freistaat.
- —Mehr als 39.000 Haushalte und 78.000 Personen in Bayern befragt.
- —Zusätzliche Investition von 1,4 Millionen Euro durch den Freistaat für regionale Vertiefung.
- —Daten sind seit 2002, 2008 und 2017 erneut vergleichbar.
- —Grundlage für bayernweites Landesverkehrsmodell.




