Der jüngste Marktreport der Initiative Micro-Living, basierend auf einer Analyse zahlreicher Apartmenthäuser, belegt eine kontinuierlich hohe Nachfrage nach flexiblen Wohnformaten. Zum Stichtag 15. April 2026 betrug die durchschnittliche All-In-Miete in den untersuchten Objekten 616 Euro pro Monat, was einer Steigerung von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Bei der Betrachtung privatwirtschaftlicher Apartmenthäuser, bereinigt um Bestände städtischer Wohnungsunternehmen, belief sich die durchschnittliche All-In-Miete auf 761 Euro pro Monat.
André Adami, Bereichsleiter Residential bei bulwiengesa, kommentierte die Entwicklung und betonte die unvermindert hohe Nachfrage nach Mikro-Apartments. Eine Auslastung von 96 Prozent verdeutlicht den dringenden Bedarf an flexiblen und professionell verwalteten Wohnangeboten. Gleichzeitig zeichnet sich ein Trend zu größeren Apartmenttypen sowie eine verstärkte Ausrichtung auf diverse Zielgruppen ab, darunter Young Professionals, Berufspendler und Singles. Die aktuelle Untersuchung greift auf Daten von 121 Apartmenthäusern mit etwa 27.400 Einheiten und einer Gesamtfläche von rund 687.350 Quadratmetern zurück und bildet somit ein repräsentatives Marktpanel ab.
Mietpreisentwicklung und Markterwartungen
Über 70 Prozent der erfassten Apartmenthäuser befinden sich in deutschen A-Städten. Neben der stabilen Nachfrage beeinflussen steigende Energie- und Betriebskosten sowie die allgemeine Kostenentwicklung weiterhin das Mietniveau. Rund 80 Prozent der befragten Marktteilnehmer beabsichtigen, zusätzliche Nebenkosten bei Neuvermietungen vollständig an die Mieterschaft weiterzugeben. Lena Schwesinger, Real Estate Consultant bei bulwiengesa, führte aus, dass die hohe Wohnraumnachfrage in Verbindung mit steigenden Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten maßgeblich für die kontinuierliche Mietpreisentwicklung in diesem Segment sei. Sie ergänzte, dass moderne Apartmenthäuser mit umfassenden Service- und Gemeinschaftsangeboten sowie digitalen Lösungen zunehmend gefragt sind, wobei sich diese Qualitätsanforderungen im Mietniveau widerspiegeln.
Das Mietpreisniveau zeigt eine deutliche Abhängigkeit von Standort und Objektqualität. In privatwirtschaftlichen Apartmenthäusern bewegen sich die monatlichen All-In-Mieten zwischen rund 450 Euro und 1.620 Euro. Auf Quadratmeterbasis variiert die Spanne zwischen 18,00 und 48,30 Euro. Erstmals wurde im aktuellen Report auch die Fluktuation im Segment analysiert. Die durchschnittliche Fluktuationsquote liegt bei 31 Prozent. Besonders niedrige Fluktuationsraten von durchschnittlich 28 Prozent sind in den angespannten Wohnungsmärkten der A-Städte zu beobachten, während D-Städte und sonstige Städte höhere Werte von jeweils rund 45 Prozent aufweisen.
Zielgruppen und zukünftige Preisentwicklung
Die Marktteilnehmer blicken optimistisch auf die kommenden Jahre und erwarten für den Zeitraum von 2026 bis 2028 jährliche Mietsteigerungen zwischen 2 und 6 Prozent. Die Vermietung gestaltet sich differenziert: Während deutsche und europäische Studierende vergleichsweise leicht zu erreichen sind, erfordert die Vermarktung an internationale Zielgruppen außerhalb Europas nach Einschätzung der Marktteilnehmer einen erheblich höheren Aufwand. Eine besondere Herausforderung stellt zudem die Vermietung hochpreisiger Apartments dar. Zum Erhebungsstichtag waren 34 Prozent der vermieteten Apartments von Studierenden belegt. Die verbleibenden 66 Prozent werden hauptsächlich von Singles, Young Professionals und Berufspendlern genutzt.




