Im Freistaat Bayern wurde im Jahr 2024 ein Geldumsatz von 50,5 Milliarden Euro im Immobilienbereich erzielt, was 20 Prozent des bundesweiten Gesamtumsatzes darstellt. Für das Jahr 2025 stieg dieser Umsatz auf 56 Milliarden Euro an. Diese Zahlen wurden im Rahmen des jüngst vorgestellten Immobilienmarktberichts Bayern präsentiert, dessen Ergebnisse von Bauminister Christian Bernreiter, Gudrun Reicheneder, der Vorsitzenden des Oberen Gutachterausschusses, und Rainer Haselbeck, dem Regierungspräsidenten von Niederbayern, in München erläutert wurden. Der Bericht basiert auf detaillierten Analysen und Auswertungen der Marktentwicklungen für die Jahre 2024 und 2025.
Eine signifikante Erkenntnis des Berichts ist die Stabilisierung des Preisniveaus am Grundstücksmarkt. Nach vorangegangenen Preissteigerungen ist nun eine Konsolidierung zu beobachten, deren Ausprägung regional variiert. Trotz dieser Entwicklung bleibt die Situation auf dem Wohnungsmarkt herausfordernd. In diesem Kontext betonte Bauminister Bernreiter die Notwendigkeit staatlicher Anstrengungen zur Schaffung verlässlicher und attraktiver Rahmenbedingungen. Er hob hervor, dass die Staatsregierung im Doppelhaushalt 2026/2027 eine Rekordsumme von 3,6 Milliarden Euro für die Wohnraumförderung bereitgestellt hat.
Maßnahmen zur Wohnraumförderung und Marktentwicklung
Zur Beschleunigung und Verringerung der Kosten beim Bauen werden Modernisierungsgesetze zur Entschlackung von Bauvorschriften eingesetzt. Ferner wird mit dem Gebäudetyp-e ein vereinfachtes Bauen demonstriert. In Bayern wurde eine spezifische Umbauordnung eingeführt, um Bürokratie zu minimieren. Der Bauminister unterstrich die Dringlichkeit, den privaten Wohnungsbau zu reaktivieren. Hierfür setzt sich Bayern beim Bund ein, beispielsweise für verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten, Steuerentlastungen, eine Vereinfachung der KfW-Programme und eine Überprüfung der Baustandards. Er warnte davor, dass Pläne zur Enteignung von Wohnungen, wie sie von einer Berliner Initiative vorgeschlagen werden, den Wohnungsbau hemmen, da diese die Investitionssicherheit untergraben. Solchen Bestrebungen werde sowohl bei der Bauministerkonferenz als auch im Bundesrat entschieden entgegengetreten.
Gudrun Reicheneder betonte die Relevanz von Markttransparenz durch verlässliche und zugängliche Informationen über Preisniveaus und Umsatzdaten. Künftig sollen die Daten der örtlichen Gutachterausschüsse in Bayern auf interaktiven Dashboards zusammenfassend präsentiert werden, was einen weiteren Schritt zur digitalen Transparenz darstellt. Rainer Haselbeck ergänzte, dass der Immobilienmarktbericht ein umfassendes Bild des Marktes liefere und die Daten eine unverzichtbare Grundlage für Investitionen in den Wohnungsbau bilden. Er verwies auf die überragende Bedeutung bezahlbaren Wohnraums für das soziale Klima.
Die Transaktionszahlen in Bayern verzeichneten eine positive Entwicklung: Im Jahr 2024 stiegen die Kauffallzahlen um 13,3 Prozent auf 127.638 an. Im Jahr 2025 wurde ein weiterer Anstieg um 11,8 Prozent auf 142.712 Transaktionen registriert. Der Geldumsatz von etwa 56 Milliarden Euro im Jahr 2025 entsprach weitgehend dem Niveau von 2022, lag jedoch 21,6 Prozent unter dem Höchstwert von 2021.




