Der Münchner Eigentumswohnungsmarkt zeigte zu Beginn des Jahres eine spürbare Belebung. Die Anzahl der Kaufverträge erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um annähernd 8,8 Prozent auf insgesamt 1.485. Parallel dazu stieg der Geldumsatz um 6 Prozent und erreichte einen Betrag von 792 Millionen Euro. Diese Daten sind das Ergebnis der jüngsten Auswertungen des Münchner Gutachterausschusses, dem auch Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH, angehört.
Die Analyse identifiziert eine deutliche Spaltung des Marktes, deren Ursachen primär im vorherrschenden Zinsumfeld liegen. Die Verteilung der Kaufverträge und Umsätze variiert merklich zwischen den einzelnen Preissegmenten, was auf unterschiedliche Marktdynamiken innerhalb der Stadt hindeutet.
Segmentierte Marktentwicklung durch Zinsumfeld
Im Bereich der Eigentumswohnungen unter 300.000 Euro war ein substanzieller Anstieg der Vertragszahlen um 23 Prozent zu verzeichnen, während der Umsatz in diesem Segment lediglich um 9 Prozent zunahm. Das Preissegment zwischen 300.000 und unter 600.000 Euro zeigte ein stabiles Wachstum mit ungefähr 6 Prozent mehr Kauffällen und einem Umsatzplus von rund 8 Prozent. Auch in der Oberklasse, definiert durch Wohnungen ab 900.000 Euro, wurden Steigerungen registriert: 16 Prozent bei den Transaktionen und 17 Prozent beim Geldumsatz.
Auffällig sind die rückläufigen Zahlen im Preissegment von 600.000 bis 900.000 Euro. Hier sank die Anzahl der Kaufverträge um 9 Prozent und der Umsatz um 8 Prozent. Thomas Aigner führt diese Entwicklung auf die Auswirkungen gestiegener Finanzierungskosten zurück, die insbesondere die klassische Käuferschicht in diesem mittleren Preissegment belasten. Dieses Phänomen spiegele einen gesellschaftlichen Trend wider, wonach die Mittelschicht zunehmend finanzielle Zurückhaltung übt oder Ausweichbewegungen zu günstigeren Immobilien vornimmt. Die gestiegenen Zinsen wirken in diesem Bereich als maßgebliches Hemmnis für Kaufentscheidungen.
Oberklasse bleibt resilient
Die Entwicklung im Spitzensegment der Eigentumswohnungen, also jener ab 900.000 Euro, zeigt sich hingegen weitgehend unabhängig von den gestiegenen Zinsen. Hier spielen höhere Finanzierungskosten eine geringere Rolle für die Kaufentscheidungen. Dies bestätigt sich auch in den vom Gutachterausschuss für das Jahr 2025 prognostizierten Rekordverkäufen: Ein Käufer erwarb eine Neubau-Luxuswohnung von rund 515 Quadratmetern für 26,5 Millionen Euro, und eine Bestandswohnung mit circa 345 Quadratmetern wechselte für 17,4 Millionen Euro den Eigentümer. Diese Transaktionen demonstrieren die anhaltende Attraktivität und Preisstabilität gehobener Immobilienwerte im Münchner Markt.




