Henrik Fork-Weigel, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes e.V. (BSB), hat sich zum aktuellen Aktionsplan des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) geäußert. Der BSB begrüßt ausdrücklich die Berücksichtigung privater Bauherren als von der Baukostenkrise Betroffene. Die Organisation fordert eine konsequente Einbindung dieser Perspektive in die Umsetzungsphase der geplanten Maßnahmen.
Ein zentraler Punkt der Stellungnahme ist die geplante Reduzierung von Bau- und Erwerbsnebenkosten. Diese Kosten stellen laut BSB für viele Haushalte eine signifikante Hürde beim Erwerb von Wohneigentum dar, da sie in der Regel aus Eigenmitteln finanziert werden müssen. Eine rasche Umsetzung der entsprechenden Reformpläne wird daher als prioritär erachtet. Insbesondere die Reform der Grunderwerbsteuer und die Einführung von Freibeträgen für den erstmaligen Erwerb selbstgenutzten Wohneigentums durch die Bundesländer wird als wesentliche Entlastungsmaßnahme hervorgehoben.
Verfahrensbeschleunigung und Förderprogramme
Zusätzlich zu den direkten Kostenentlastungen sieht der BSB Potenzial in der Beschleunigung von Verwaltungsverfahren und der Digitalisierung von Bauanträgen. Eine gebündelte Neubauförderung könnte ebenfalls zur Entlastung privater Bauherren beitragen. Das für 2027 geplante zentrale Förderprogramm für den Neubau sollte nach Ansicht des BSB einfach, verlässlich und verständlich gestaltet werden, um Planungssicherheit für Bauherren und Käufer zu gewährleisten, bevor finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden.
Die Absicht, die Baukosten insgesamt zu senken, wird als positiv bewertet. Beim sogenannten Gebäudetyp E sei jedoch besondere Vorsicht geboten. Der BSB fordert, dass Verbraucher frühzeitig, verständlich und rechtssicher über mögliche Standardreduzierungen informiert werden. Dabei müsse sichergestellt sein, dass die Bauqualität nicht beeinträchtigt wird und erzielte Kosteneinsparungen vollumfänglich an die Verbraucher weitergegeben werden, um deren Schutz zu gewährleisten.
- —Berücksichtigung privater Bauherren im Aktionsplan
- —Reduzierung von Bau- und Erwerbsnebenkosten, insbesondere über die Grunderwerbsteuer
- —Beschleunigung von Verfahren durch Digitalisierung und gebündelte Neubauförderung
- —Sicherstellung der Bauqualität bei Kostenreduktionen, insbesondere beim Gebäudetyp E
Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, den Erwerb von Wohneigentum für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglicher zu machen, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität oder der Transparenz eingehen zu müssen. Die detaillierte Ausgestaltung und Implementierung des Aktionsplans in den kommenden Monaten wird entscheidend sein.




