Warum Bordellimmobilien einen eigenen Markt haben
Der Wert einer Bordellimmobilie hängt an drei Dingen, die ein normales Renditeobjekt nicht kennt: an der planungsrechtlichen Zulässigkeit am Standort, an der baulichen Eignung für die Anforderungen des Prostituiertenschutzgesetzes und an einem Käuferkreis, der klein und schwer erreichbar ist. Fehlt eine dieser drei Größen, bleibt ein Objekt jahrelang liegen — unabhängig davon, wie gut es gebaut ist.
Hinzu kommt die Sperrgebietsverordnung. In Gemeinden über 50.000 Einwohnern kann Prostitution nicht flächendeckend ausgeschlossen werden, in kleineren Kommunen sehr wohl. Ein bestehender, seit Jahren geduldeter Standort in einem Gewerbegebiet ohne Wohnnachbarschaft ist deshalb der eigentliche Vermögenswert — nicht der Quadratmeterpreis.
Konkret im Angebot ist derzeit ein freistehendes Geschäftshaus in Villingen-Schwenningen: 576 m² Mietfläche auf 1.064 m² eigenem Grund, neun Zimmer, davon sieben mit eigenem Bad und WC, dazu finnische Sauna, XXL-Whirlpool, Kaltbecken, Bar, Clubraum, Kino, Spiegelzimmer, überdachter Innenhof, acht Stellplätze und zwei Garagenplätze. Das Haus wird seit 1991 durchgehend als FKK-Saunaclub und Prostitutionsstätte betrieben und ist frei von Miet- und Pachtverhältnissen. Kaufpreis 848.000 €.

