Die REALOGIS Unternehmensgruppe hat in ihrer aktuellen Analyse die Mietpreisentwicklung für Logistikimmobilien in 33 deutschen Märkten für das erste Halbjahr 2026 untersucht. Die Ergebnisse deuten auf eine insgesamt stabile Marktverfassung hin, in der die Mieten für Neubau- und Bestandsflächen überwiegend stagnierten oder nur moderat zulegten. Dennoch zeigte sich in einzelnen Teilmärkten eine überdurchschnittliche Dynamik: Sieben Märkte verzeichneten Zuwächse bei den Mindestmieten, während fünf Märkte bei den Spitzenmieten eine stärkere Entwicklung aufwiesen.
Die von REALOGIS definierten Top-8-Logistikmärkte – Berlin, Hamburg, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, das Ruhrgebiet und Stuttgart – präsentierten im ersten Halbjahr ein heterogenes Bild. Während sich die Mietpreise in sechs dieser Metropolen stabil zeigten, kam es in Hamburg und München zu signifikanten Anstiegen. Insbesondere in Hamburg erhöhten sich die Mindestmieten für Neubau und Bestand um jeweils rund 13,5 Prozent. Auch die Spitzenmieten zogen hier um über 5 Prozent an. In München verzeichnete der Bestandsmarkt Preissteigerungen, wobei die Mindestmiete um 6,7 Prozent und die Spitzenmiete um 14,3 Prozent kletterte. Die Analyse basierte auf Big-Box-Flächen ab 10.000 Quadratmetern und berücksichtigte sowohl abgeschlossene Mietverträge als auch Angebotspreise. Alle Angaben beziehen sich auf Nettomieten.
Neubau-Segment
Im Segment der Neubauflächen lag die durchschnittliche Spitzenmiete über die 33 analysierten Märkte hinweg bei 7,58 €/m², was dem Vorjahresniveau entspricht. In den Top-8-Märkten stieg die Spitzenmiete von 9,00 €/m² auf 9,19 €/m², ein Plus von 2,1 Prozent. Acht Märkte verzeichneten höhere Spitzenmieten, während 15 stabil blieben und zehn rückläufige Tendenzen aufwiesen. Dresden zeigte sich mit einem Anstieg von 9,1 Prozent am stärksten, während Hannover mit einem Rückgang von 10,0 Prozent den deutlichsten Abfall verzeichnete. Die niedrigsten Spitzenmieten für Neubauflächen fanden sich in Zwickau (5,40 €/m²), Hof (5,50 €/m²) und Halle (5,75 €/m²), die unverändert blieben. München führte die Rangliste mit 14,00 €/m² an, gefolgt von Hamburg und Augsburg mit jeweils 9,50 €/m².
Die durchschnittliche Mindestmiete für Neubauflächen erhöhte sich leicht von 6,38 €/m² auf 6,40 €/m² (+0,3%). In den Top-8-Märkten stieg sie um 1,8 Prozent auf 7,36 €/m². Hamburg verzeichnete hier mit einem Zuwachs von 13,4 Prozent den stärksten Anstieg. Leipzig und Erfurt zeigten mit jeweils -9,1 Prozent die deutlichsten Rückgänge. Die niedrigsten Mindestmieten im Neubausegment lagen in Magdeburg (4,75 €/m²) und Zwickau (4,90 €/m²), während in München (9,50 €/m²), Hamburg (7,60 €/m²) und Düsseldorf (7,50 €/m²) die höchsten Werte erzielt wurden. München wies zudem die größte Preisspanne zwischen Spitzen- und Mindestmiete auf.
Bestandsimmobilien
Im etablierten Bestandssegment lag die durchschnittliche Spitzenmiete bei 6,64 €/m², was einem leichten Anstieg von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. In den Top-8-Märkten war die Steigerung mit 3,2 Prozent auf 8,08 €/m² deutlicher. München verzeichnete hier den stärksten Zuwachs mit 14,3 Prozent. Die Spitzenmieten in den Top-Märkten Hamburg und Augsburg zeigten ebenfalls Zuwächse. Die durchschnittliche Mindestmiete im Bestand erhöhte sich bundesweit um 0,8 Prozent auf 5,21 €/m². In den Top-8-Märkten stieg sie um 2,6 Prozent auf 6,29 €/m². Hamburg zeigte auch hier mit +13,6 Prozent den stärksten Zuwachs, während Magdeburg den deutlichsten Rückgang mit -16,7 Prozent verzeichnete. Die Preise für Bestandsflächen in Hof, Braunschweig und Magdeburg zählten zu den niedrigsten, während München, Hamburg und Regensburg die höchsten Werte aufwiesen. München bot auch im Bestand die größte Spanne zwischen Spitzen- und Mindestmiete.
Christian Beran, Geschäftsführer Region Deutschland bei REALOGIS, kommentierte die Ergebnisse: "Die Zahlen bestätigen eine stabile Grundverfassung des Marktes, aber auch eine zunehmende Spreizung zwischen hochwertigen Flächen in etablierten Lagen und durchschnittlichen Angeboten. Mietwachstum entsteht derzeit vor allem dort, wo Qualität, Lage und Flächenverfügbarkeit eng zusammenkommen."




