Der deutsche Immobilienmarkt zeigte im Juli eine weitgehend stabile Preisentwicklung. Laut Europace Hauspreisindex (EPX) erhöhte sich der Gesamtindex im Juli moderat um 0,19 % auf 222,22 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeutet dies ein Plus von 1,44 %, was die fortgesetzte Stabilität des Marktes unterstreicht. Eine differenzierte Betrachtung der Segmente offenbart jedoch unterschiedliche Dynamiken.
Im Segment der Eigentumswohnungen blieb die Preisentwicklung im Juli mit einem geringfügigen Rückgang von 0,03 % auf 219,54 Punkte nahezu unverändert. Im Jahresvergleich liegen die Preise hier noch 0,16 % über dem Vorjahresniveau, was eine weitgehende Stagnation indiziert. Auch die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser verharrten auf einem hohen Niveau, mit einem leichten Rückgang von 0,20 % auf 244,07 Punkte im Juli. Hier besteht im Jahresvergleich jedoch weiterhin ein deutliches Plus von 2,34 %.
Deutliche Preissteigerungen bei Bestandsimmobilien
Ein prägnanter Aufwärtstrend manifestierte sich hingegen bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern. Nach einer seitlichen Bewegung im Juni stiegen die Preise in diesem Segment im Juli um 0,89 % auf 203,04 Punkte. Auch im Jahresvergleich verstärkte sich der Preisauftrieb, mit einem Anstieg von 1,79 % gegenüber dem Vorjahresniveau. Stefan Münter, Vorstand und Co-CEO von Europace, konstatierte, dass sich der Wohneigentumsmarkt stabilisiert habe, die Erholung jedoch langsamer verlaufen dürfte als bisher angenommen. Er führte dies auf die schwache gesamtwirtschaftliche Dynamik und fehlende Einkommensimpulse zurück, welche den Wechsel vom Miet- in den Eigentumsmarkt bremsen und eine längere Annäherung von Preisvorstellungen zwischen Käufern und Verkäufern erfordern.
Die Entwicklung bei bestehenden Ein- und Zweifamilienhäusern im Juli wurde von Herrn Münter als auffällig bezeichnet, räumte jedoch ein, dass es für die Annahme eines neuen Trends noch zu früh sei, da ein Teil saisonal bedingt sein könnte. Er wies darauf hin, dass bereits seit Jahresbeginn eine Aufholbewegung von Bestandshäusern gegenüber Eigentumswohnungen zu beobachten sei. Dies könnte darauf hindeuten, dass Käufer angesichts höherer Finanzierungskosten verstärkt das Verhältnis von Preis und Wohnfläche evaluieren und das Haus im Umland an Attraktivität gewinnt. Die nachhaltige Etablierung dieser Verschiebung werde sich in den kommenden Monaten zeigen.
Angebotspreise und Mietmarkt
Auch die Analyse der VALUE AG bestätigt ein differenziertes Bild der Angebotspreise. Während die Angebotspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser im Juli wieder stiegen, gaben Eigentumswohnungen erneut leicht nach. Der Median der Angebotspreise für Ein- und Zweifamilienhäuser lag bundesweit bei 2.662 Euro je Quadratmeter, ein Plus von 0,18 % gegenüber dem Vormonat. Seit April zeigt dieses Segment einen kontinuierlichen Anstieg; im Vorjahresvergleich beträgt das Plus 2,4 %.
Für Eigentumswohnungen wurde ein Median von 3.564 Euro je Quadratmeter ermittelt, was einem Rückgang von 0,22 % gegenüber Juni entspricht, nach einem vorherigen Rückgang von 0,33 %. Die Jahresrate hat sich somit auf +1,3 % abgeflacht, nachdem sie zu Jahresbeginn noch bei rund fünf Prozent lag. Im Gegensatz dazu blieb der Mietmarkt angespannt. Die Angebotsmieten stiegen im Juli um 0,51 % auf 9,78 Euro je Quadratmeter (kalt). Im Vorjahresvergleich entspricht dies einem deutlichen Anstieg von 3,7 %, welcher die Zuwächse in den Kaufsegmenten übertrifft.
Sebastian Hein, Director bei der VALUE AG, kommentierte, dass Angebots- und Transaktionsseite im Juli im Gleichklang liefen und beide Messpunkte auf eine Differenzierung zwischen Eigenheimen und Wohnungen hindeuten. Die genaue Ursache für diese Entwicklung sei noch unklar. Er stellte fest, dass die Selbstnutzernachfrage im Wohnungssegment weiterhin robust sei, wobei selbstnutzerfähige Wohnungen 2,5 % über dem Vorjahr liegen. Das Anlagesegment stagniere hingegen. Die starke Mietentwicklung stütze diese beobachtete Differenzierung.














