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Wohneigentum bei jungen Erwachsenen: Strategien für den frühzeitigen Erwerb

Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass der Wunsch nach Wohneigentum unter jungen Erwachsenen groß ist, jedoch die konkrete Planung oft noch fehlt, obwohl ein früher Start signifikante Vorteile bietet.

Wohneigentum bei jungen Erwachsenen: Strategien für den frühzeitigen Erwerb

Für viele junge Menschen stellt der Erwerb von Wohneigentum ein wesentliches Lebensziel dar. Eine von YouGov im Auftrag der Bausparkasse Schwäbisch Hall durchgeführte Umfrage bestätigt dies: 64 Prozent der 20- bis 29-Jährigen streben den Besitz einer eigenen Immobilie an. Demgegenüber planen jedoch nur 46 Prozent dieser Altersgruppe, innerhalb der nächsten zehn Jahre Wohneigentum zu erwerben. Diese Diskrepanz zwischen Wunsch und konkreter Umsetzung weist auf eine verbreitete Unsicherheit hinsichtlich des Weges zum Eigentum hin.

Die Analyse der Planungsbereitschaft offenbart eine weitere Lücke: Lediglich 14 Prozent der 20- bis 29-Jährigen befinden sich bereits in einer aktiven Informations- oder Orientierungsphase bezüglich Immobilien und Wohnen. Obwohl sich viele junge Erwachsene grundsätzlich mit dem Thema auseinandersetzen, fehlt es oft an einer detaillierten Planung. Ralf Oberländer, Baufinanzierungsexperte der Bausparkasse Schwäbisch Hall, betont hierbei den entscheidenden Vorteil der Zeit: „Junge Menschen müssen mit Anfang 20 noch nicht wissen, wo und wie sie später wohnen möchten. Aber wer früh beginnt, sich zu informieren, regelmäßig zu sparen und Fördermöglichkeiten zu prüfen, gewinnt wertvollen Spielraum für spätere Entscheidungen.“

Hürden beim Eigenkapitalaufbau und der Zeitvorteil

Eine Forsa-Umfrage des Verbandes der privaten Bausparkassen aus dem Jahr 2026 zeigt, dass ein Großteil der 20- bis 49-Jährigen den Erwerb von Wohneigentum heute als schwieriger empfindet als noch vor fünf Jahren. Oberländer bestätigt diese Einschätzung und verweist auf die gestiegenen Kaufpreise, höheren Baukosten, erhöhten Nebenkosten und verschärften Eigenkapitalanforderungen als wesentliche Hemmnisse. Insbesondere der Aufbau von Eigenkapital stellt eine erhebliche Herausforderung dar. Eine Auswertung des Kiel Instituts aus dem Jahr 2025 (GREIX) belegt, dass selbst bei einer Sparquote von 20 Prozent des verfügbaren Einkommens heute deutlich mehr Zeit für den notwendigen Eigenkapitalaufbau benötigt wird.

Als Orientierungswert für einen Immobilienkauf gelten 20 bis 30 Prozent Eigenkapital inklusive Nebenkosten. Mindestens sollten die Kaufnebenkosten, typischerweise 10 bis 15 Prozent des Kaufpreises, abgedeckt sein. Als Beispiel nennt Oberländer eine Immobilie für 300.000 Euro, bei der ein Eigenkapitalbedarf von rund 60.000 Euro bei 20 Prozent erforderlich wäre. Dies verdeutlicht, dass der Eigenkapitalaufbau ein langfristiges Unterfangen ist, bei dem junge Menschen einen entscheidenden Zeitvorteil besitzen. Ein frühzeitiger Beginn ermöglicht es, auch mit moderaten Sparbeträgen von 100 oder 200 Euro monatlich über die Jahre ein substanzielles Eigenkapitalpolster aufzubauen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Mit steigendem Einkommen kann die Sparrate angepasst werden.

Strategien zur Finanzierung und Informationsgewinnung

Neben dem Eigenkapitalaufbau ist der frühzeitige Vergleich passender Spar- und Finanzierungsmodelle von Bedeutung. Junge Erwachsene sollten evaluieren, welche Lösungen ihren Zielen, ihrem Zeithorizont und ihrer Risikobereitschaft entsprechen. Während klassische Sparformen oft mehr Sicherheit bei geringeren Renditechancen bieten, können kapitalmarktorientierte Anlagen wie ETFs langfristig höhere Erträge ermöglichen, sind jedoch Wertschwankungen unterworfen. Bausparen kann eine Option sein, wenn ein planbarer Eigenkapitalaufbau, Zinssicherung und die Nutzung staatlicher Förderungen im Vordergrund stehen. Dies umfasst insbesondere die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage, sofern die individuellen Voraussetzungen gegeben sind. Oberländer betont: „Die eine richtige Anlageform gibt es nicht. Entscheidend ist, ehrlich einzuschätzen: Wie viel Risiko kann und will ich tragen? Wie wichtig ist mir Sicherheit? Und wann könnte ein Immobilienkauf realistisch werden?“

Für einen effektiven Einstieg in die Immobilienplanung sind drei Schritte maßgeblich: Wissensaufbau, regelmäßiges Sparen und die Inanspruchnahme professioneller Beratung. Informationen können über verschiedene Kanäle wie das soziale Umfeld, Eltern, Finanz-Blogs, soziale Medien, Podcasts und Online-Videos gewonnen werden. Es ist jedoch entscheidend, die Verlässlichkeit der Quellen kritisch zu prüfen. Angesichts der finanziellen Tragweite einer Immobilienentscheidung sind belastbare Informationen und eine persönliche Beratung unerlässlich. Eine professionelle Beratung kann dabei helfen, individuelle Wünsche, Einkommensverhältnisse, Sparraten und den Zeithorizont realistisch miteinander in Einklang zu bringen. Frühe Planung bedeutet hierbei nicht eine starre Festlegung, sondern schafft Flexibilität für spätere Anpassungen an veränderte Lebensumstände. Oberländer fasst zusammen, dass „der Traum vom Eigenheim in jungen Jahren noch nicht konkret in Stein gemeißelt sein muss. Entscheidend ist, früh die Grundlagen zu schaffen.“

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