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Wohneigentum in Deutschland: Jeder Dritte zeigt kein Interesse

Eine aktuelle europäische Studie belegt, dass 31 Prozent der Deutschen kein Interesse an Wohneigentum besitzen, was den höchsten Wert innerhalb Europas darstellt.

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Wohneigentum in Deutschland: Jeder Dritte zeigt kein Interesse

Der Europa-Wohnimmobilien-Trendreport, eine Untersuchung des Immobilienmakler-Netzwerks Remax auf Basis von über 21.000 europaweiten Befragungen, zeigt einen signifikanten Unterschied im Interesse an Wohneigentum innerhalb Europas auf. Demnach weisen 31 Prozent der deutschen Befragten keinerlei Interesse an selbstgenutztem Wohneigentum auf. Dieser Wert ist mehr als doppelt so hoch wie der europäische Durchschnitt von 15 Prozent und positioniert Deutschland an der Spitze dieser Kategorie.

Die Gründe für das geringe Interesse jener, die kein Wohneigentum anstreben, sind vielschichtig. 57 Prozent der Befragten gaben an, mit ihrer derzeitigen Mietsituation zufrieden zu sein. 30 Prozent möchten die mit Wohneigentum verbundenen Verpflichtungen vermeiden. Ein weiterer Aspekt ist die von 18 Prozent der Immobilienmieter geschätzte Flexibilität, die das Mieten bietet. Loredana Scirè, Pressesprecherin von Remax Germany, weist darauf hin, dass die hohe Mietquote in Deutschland den Mietern eine größere Flexibilität bei Arbeitsplatzwechseln ermöglicht. Im Gegensatz dazu hemmen hohe Grunderwerbsteuern in Deutschland den flexiblen Immobilienwechsel für Eigentümer.

Niedrige Eigentümerquote und Hindernisse für den Erwerb

Aktuell leben 32 Prozent der Befragten in Deutschland in einer selbstgenutzten Immobilie, die ihnen entweder bereits gehört oder noch abbezahlt wird. Loredana Scirè merkt an, dass der konstant niedrige Anteil von Eigentümern in Deutschland als Warnsignal zu verstehen ist. Insbesondere mit Blick auf die Altersvorsorge sei Wohneigentum ein wesentlicher Faktor, da es mietfreies Wohnen im Ruhestand ermöglicht, Fixkosten senkt oder zusätzliche Einnahmen durch Vermietung generiert.

Im europäischen Vergleich finden sich die höchsten Eigentumsquoten in Süd- und Osteuropa. So liegt Rumänien mit 83 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Bulgarien und Kroatien mit jeweils 80 Prozent. Italien und Litauen erreichen beide eine Quote von 79 Prozent. Die sinkende Eigentumsquote in Deutschland deutet laut Scirè darauf hin, dass staatliche Förderprogramme, die den Erwerb von Wohneigentum unterstützen sollen, möglicherweise nicht die gewünschte Wirkung entfalten. Dies liege unter anderem daran, dass die Förderung im Verhältnis zu den hohen Bau- und Erwerbskosten gering ist. Eine Senkung der Kaufnebenkosten könnte hier die Situation verbessern.

  • Finanzierung bleibt die größte Hürde für viele Bürger beim Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie.
  • Eine Senkung des notwendigen Eigenkapitalanteils könnte mehr Menschen den Zugang zu Wohneigentum ermöglichen.
  • Immobilienmakler sind neben der Objektauswahl auch in der Finanzierungsberatung gefordert.

Deutschland weist zudem eine besonders lange Ansparphase für eine Immobilienanzahlung auf. Käufer benötigen hierzulande durchschnittlich 10,2 Jahre, um die notwendige Anzahlung für ihre erste Immobilie anzusparen. Dies ist der höchste Wert in Europa, wo der Durchschnitt bei 7,3 Jahren liegt. In Finnland beträgt diese Ansparphase lediglich vier Jahre. Die vergleichsweise hohen Kaufnebenkosten in Deutschland tragen maßgeblich zu dieser verlängerten Ansparzeit bei.

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