Der Markt für Industrie- und Logistikimmobilien in Nordrhein-Westfalen (NRW) demonstrierte im ersten Halbjahr 2026 eine bemerkenswerte Resilienz. Trotz eines anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfelds wurde ein Flächenumsatz von rund 527.800 Quadratmetern erzielt, was nahezu dem Niveau des Vorjahres entspricht. Diese Entwicklung unterstreicht die fundamentale Stabilität des Sektors in der Region.
Besonders dynamisch entwickelten sich die Teilmärkte Köln und Düsseldorf. In Köln wurde ein signifikanter Anstieg des Flächenumsatzes um 67 Prozent auf etwa 136.100 Quadratmeter registriert. Düsseldorf verzeichnete einen Zuwachs von 35 Prozent, wodurch ein Umsatz von 85.700 Quadratmetern erreicht wurde. Im Ruhrgebiet belief sich der Flächenumsatz auf 261.800 Quadratmeter. Diese Zahlen basieren auf einer aktuellen Analyse des global agierenden Immobiliendienstleisters CBRE.
Regionale Dynamiken und Leerstandsentwicklung
Imad El Akrouche, Team Leader Industrial & Logistics NRW bei CBRE, konstatierte, dass sich der NRW-Logistikmarkt trotz der wirtschaftlichen Herausforderungen als robust erwiesen hat. Der hohe Flächenumsatz in Köln wurde primär auf die Verfügbarkeit zuvor gebundener Flächen zurückgeführt, ein Ergebnis, das bereits für das erste Halbjahr 2025 aufgrund des damaligen Flächenmangels antizipiert worden war. Es wird beobachtet, dass neu entstandene Flächen rasch wieder absorbiert werden, was auf eine konstant hohe Nachfrage nach kurzfristig verfügbaren Logistikflächen hindeutet.
Die Big-Box-Leerstandsquote in den Teilmärkten bleibt dementsprechend gering. In Düsseldorf und dem Ruhrgebiet war ein Rückgang des Leerstands auf 2,9 Prozent beziehungsweise 1,1 Prozent zu verzeichnen. Der Kölner Markt zeigte einen leichten Anstieg auf 2,4 Prozent. Im Segment der Big-Box-Immobilien in Mönchengladbach herrscht nahezu Vollvermietung. Herr El Akrouche hob hervor, dass die Fertigstellung von Projektentwicklungen in Köln und Düsseldorf deutliche Erholungsanzeichen mit sich bringt, da viele Neubauprojekte bereits vor ihrer Vollendung vermietet werden oder unmittelbar nach Fertigstellung einen Nutzer finden.
Mietpreisentwicklung und Marktausblick
Die Spitzenmieten zeigten sich in den meisten Teilmärkten stabil. In Düsseldorf verharrte die Spitzenmiete bei 8,90 Euro pro Quadratmeter. Auch in Köln gab es keine Veränderung, mit einem Wert von 8,80 Euro pro Quadratmeter. Das Ruhrgebiet erfuhr einen leichten Anstieg von 7,90 Euro auf 8,00 Euro pro Quadratmeter. Mönchengladbach verzeichnete als einziger Teilmarkt eine signifikante Erhöhung von 7,20 Euro auf 7,50 Euro pro Quadratmeter, bedingt durch den zunehmenden Mangel an verfügbaren Flächen. Die Nachfrage wird weiterhin maßgeblich von internationalen Unternehmen, insbesondere aus dem asiatischen Raum und dem E-Commerce-Sektor, stimuliert.
Sarina Schekahn, Head of Industrial & Logistics Leasing, blickt optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf. In Nordrhein-Westfalen stehen zahlreiche Neubauprojekte kurz vor der Fertigstellung oder befinden sich bereits in diesem Stadium und sind somit für potenzielle Mieter verfügbar. Die Nachfrage nach modernen Logistikflächen, insbesondere an etablierten Standorten mit guter Verkehrsanbindung, bleibt solide. Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigen viele Unternehmen weiterhin Expansions- und Optimierungsbestrebungen, sodass von einer anhaltend hohen Marktaktivität im zweiten Halbjahr ausgegangen wird.














