Christopher Merrill ist Mitbegründer und CEO von Harrison Street Asset Management, einer globalen Investmentfirma für alternative Immobilienanlagen. Vor über 20 Jahren in Chicago mit Startkapital der Familie Galvin (bekannt durch Motorola) gegründet, akquirierte Merrill während der globalen Finanzkrise einen Investmentfonds in Höhe von 209 Millionen US-Dollar. Er war davon überzeugt, dass Studentenwohnheime, Seniorenwohnheime, medizinische Büroflächen und Self-Storage unabhängig von der Wirtschaftslage gute Leistungen erbringen würden.
Heute verwaltet Harrison Street Asset Management Vermögenswerte in Höhe von 109 Milliarden US-Dollar in den Bereichen Immobilien, Infrastruktur und Private Debt. Mit Hauptsitzen in Chicago, Toronto und London unterhält das Unternehmen zudem Büros und Stützpunkte für seine 600 Mitarbeiter in New York, Tokio, Seoul, Singapur und Abu Dhabi.
Frühe Karriere und der osteuropäische Markt
Merrills Karriere begann mit 18 Jahren als Sommerpraktikant bei der in Chicago ansässigen Immobilieninvestmentfirma Heitman, wo er in aufeinanderfolgenden Sommern verschiedene Bereiche durchlief, darunter Immobilienverwaltung, Bauwesen und Akquisitionen. Kurz nach seinem College-Abschluss begann er Vollzeit in der Akquisitionsabteilung von Heitman.
Ein wesentlicher Wendepunkt in seiner Karriere ergab sich, als er anfing, für den Verwaltungsratsvorsitzenden an Sonderprojekten zu arbeiten. Zu dieser Zeit erkundete ein lokaler Entwickler Mittel- und Osteuropa nach dem Fall der Berliner Mauer. Merrill reiste mit diesem Entwickler für einige Wochen durch die Region und kehrte mit einem Bericht über die enormen Chancen in Mitteleuropa zurück. Es war Mitte der 1990er Jahre, und die Region mit 400 Millionen Konsumenten litt unter einem Mangel an kommerziellen Flächen, obwohl viele US-Unternehmen dort präsent sein wollten.
Merrill überzeugte Heitman, ihm die Möglichkeit zu geben, in Europa ein Geschäft aufzubauen. 1997 zog er nach London, um sich auf den mittel- und osteuropäischen Immobilienmarkt zu konzentrieren. Dort identifizierte er attraktive Investitionsmöglichkeiten; Immobilien in Budapest erzielten beispielsweise Kapitalisierungsraten von 12 bis 14 Prozent, während diese im nahegelegenen Wien bei 5 Prozent lagen. Trotz geringerer Liquidität sah er das Potenzial in Märkten, die nach dem Beitritt zur NATO den Kapitalismus annahmen. Dies zwang ihn, eigene Kapitalbeziehungen aufzubauen, was zur Gründung des ersten Investmentfonds in Mitteleuropa Ende der 1990er Jahre führte.
Gründung von Harrison Street
Als Merrill 2001 in die USA zurückkehrte, entstand die Idee, etwas Einzigartiges im Investmentmanagement zu schaffen. Ähnlich wie in Mitteleuropa, wo es keinen reinen Mittel- und Osteuropa-Fonds gab, wollte er sich auf unbesetzte Nischen konzentrieren. Colliers International erwarb 2018 einen Anteil von 75 Prozent an Merrills Unternehmen für 550 Millionen US-Dollar und nutzt Harrison Street nun als primären Investmentmanagement-Arm. In enger Zusammenarbeit mit der Colliers-Führung hat Merrill eine Akquisitionsstrategie verfolgt und das verwaltete Vermögen von Harrison Street im letzten Jahr von 55 Milliarden US-Dollar verdoppelt.
- —Studentenwohnheime: Hoher Bedarf, stetige Einnahmen unabhängig von Konjunkturzyklen.
- —Seniorenwohnheime: Wachstum durch alternde Bevölkerung.
- —Medizinische Büroflächen: Resistent gegenüber wirtschaftlichen Schwankungen, da Gesundheitsversorgung stets benötigt wird.
- —Self-Storage: Flexibilität und geringe Betriebskosten.




