Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W) hat im ersten Halbjahr 2026 ihr Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesteigert. Trotz eines weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds erhöhte sich das IFRS-Konzernergebnis auf 105 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des Vorjahres hatte dieses 91 Millionen Euro betragen, was die aktuelle Entwicklung innerhalb der Erwartungen positioniert. Jürgen A. Junker, Vorstandsvorsitzender der W&W AG, hob hervor, dass die Gruppe ihre nachhaltige Stärke erneut unter Beweis gestellt habe. Er betonte, dass die strategische Ausrichtung und operative Qualität auch in schwierigen Zeiten für Stabilität und Verlässlichkeit sorge.
Laut Junker wurden neue Kunden gewonnen, Marktanteile ausgebaut und innovative Produkte erfolgreich eingeführt. Gleichzeitig erfolge der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) verantwortungsbewusst dort, wo sie echten Mehrwert für Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner und die gesamte Gruppe biete. Das Programm „Bestform 2030“ zielt darauf ab, Effizienz, Agilität und Schnelligkeit konsequent zu steigern, um Handlungsräume für zukünftige Investitionen und einen verbesserten Service für Kunden zu schaffen. Dies beinhalte nachhaltig profitables Wachstum in den Versicherungsgesellschaften und die Erhöhung deren Resilienz.
Auch im Bauspargeschäft wurden notwendige Schritte zur Ertragssteigerung identifiziert und eingeleitet. Junker äußerte, dass die W&W-Gruppe keinen Rückenwind aus den Märkten erwarte, aber gut vorbereitet sei und über die Stärke verfüge, sich weiterzuentwickeln. Er ergänzte, dass KI in kurzer Zeit eine Querschnittsfunktion in der Branche und bei der W&W-Gruppe einnehmen und alle Bereiche durchdringen werde. Die Gruppe begrüße den Einsatz von KI, da hierin das Potenzial für große Vorteile für Kunden und Mitarbeiter liege. Begleitende Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeiter seien integraler Bestandteil dieser Transformation, mit dem Ziel, jeden interessierten Mitarbeiter KI-fähig zu machen.
Geschäftsentwicklung und Kapitalausstattung
Das Neugeschäft der W&W-Gruppe entwickelte sich stabil. Im Bereich Schaden- und Unfallversicherung zeigte sich die Württembergische resilient gegenüber externen Belastungen. Das Neu- und Ersatzgeschäft lag zum 30. Juni 2026 bei 281 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 291 Millionen Euro. Der Kraftfahrt- und der Privatkundenbereich verzeichneten Zuwächse von rund 3 beziehungsweise knapp 4 Prozent. Die Combined Ratio nach IFRS 17 betrug brutto 86,7 Prozent, nach 83,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Personenversicherungen trugen ebenfalls positiv bei; die Württembergische Lebensversicherung steigerte ihre Beitragssumme des Neugeschäfts auf 1.857 Millionen Euro von 1.766 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) erreichte die Beitragssumme 644 Millionen Euro, nach 569 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Jahresneubeitrag der Württembergischen Krankenversicherung belief sich auf 5,4 Millionen Euro.
Im Geschäftsfeld Wohnen erreichte das Neugeschäftsvolumen für wohnwirtschaftliche Zwecke, das Sofortfinanzierungen, Modernisierungen und Eigenkapitalaufbau umfasst, 7.553 Millionen Euro. Dies entspricht einer Verringerung gegenüber 8.479 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Kreditneugeschäftsvolumen betrug 2.446 Millionen Euro, nach 2.762 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Das Netto-Neugeschäft nach Bausparsumme stieg um 3,3 Prozent auf 4.336 Millionen Euro und lag damit über dem Marktniveau. Der Bestand an Baudarlehen bei Wüstenrot wurde um 2,5 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro ausgebaut.
Finanzielle Stärke und Ausblick
Die finanzielle Stärke der W&W-Gruppe blieb hoch. Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich zum 30. Juni 2026 auf 5.008 Millionen Euro, gegenüber 4.936 Millionen Euro zum Jahresende 2025. Die Bilanzsumme stieg auf 75,0 Milliarden Euro, nach 72,5 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2025. Die Aktivseite wird maßgeblich durch Baudarlehen und Kapitalanlagen bestimmt. Ratingagenturen wie Standard & Poor’s bestätigten die Ratings mit stabilem Ausblick; die Kerngesellschaften des Konzerns verfügen weiterhin über ein „A-“ Rating, die W&W AG über ein „BBB+“ Rating.
Für das Jahr 2026 intensiviert die W&W-Gruppe gezielte Effizienzsteigerungen, insbesondere im Geschäftsfeld Wohnen und in der IT. Dies dient dazu, auf die anhaltende Schwäche an den Immobilienmärkten, die Herausforderungen an den Zinsmärkten sowie den allgemeinen Kostendruck zu reagieren. Die W&W-Gruppe hält an ihrer Prognose für das IFRS-Konzernergebnis nach Steuern von 120 bis 150 Millionen Euro fest. Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt der weiteren konjunkturellen Entwicklung, der Inflation, der Kapitalmarktentwicklung sowie der Schadenentwicklung, insbesondere durch Naturereignisse.













