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Wohnimmobiliensektor in Europa gewinnt an Dynamik: Deutschland rückt auf Platz eins für Investoren

Der europäische Wohnimmobiliensektor verzeichnet eine zunehmende institutionelle Aktivität und stabilisiert sich makroökonomisch, wobei Deutschland für Investoren zum bevorzugten Markt avanciert.

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Wohnimmobiliensektor in Europa gewinnt an Dynamik: Deutschland rückt auf Platz eins für Investoren

Der europäische Wohnimmobiliensektor erfährt eine neue Dynamik, bedingt durch eine verbesserte Branchenperformance, verstärkte institutionelle Aktivitäten und sich stabilisierende makroökonomische Rahmenbedingungen. Eine Mehrheit der Investoren, präzisiert durch zwei Drittel der Befragten, investiert inzwischen 20 Prozent oder mehr ihres Gesamtportfolios in Wohnimmobilien. Es wird erwartet, dass dieser Anteil in den kommenden fünf Jahren weiter ansteigen wird, eine Einschätzung, die von 96 Prozent der Befragten geteilt wird. Dies geht aus der aktuellen europaweiten Wohninvestorenumfrage von Cushman & Wakefield hervor.

Die Hauptattraktion für drei Viertel der Investoren bleibt die Stabilität der Renditen, welche durch die Krisenresilienz und die anhaltend breite Nachfrage im Wohnimmobilienbereich gestützt wird. Im Fokus des Interesses stehen dabei mit über 40 Prozent die Teilsektoren „Private Rental Sector (PRS)“ und „Build to Rent (BTR)“, gefolgt von „Purpose-Built Student Accommodation (PBSA)“. Gleichzeitig ist ein wachsendes Interesse an bezahlbarem Wohnraum, kostengünstigen Mietwohnungen und neuen Co-Living-Konzepten erkennbar, was auf eine Diversifizierung der Anlagestrategien hindeutet.

Für Anleger stellen jedoch der Mangel an Investitionsmöglichkeiten, bestehende Preisbildungsunterschiede zwischen Käufern und Verkäufern sowie politische und regulatorische Risiken die größten Herausforderungen dar. Tom McCabe, Head of EMEA Living Research bei Cushman & Wakefield, wies darauf hin, dass die Umfrageergebnisse einen Sektor auf einem breiten Fundament illustrieren. Nach einer Anpassungsphase habe sich die Performance stabilisiert und die zugrunde liegenden Nachfragetreiber seien intakt. Investoren würden aufgrund der zunehmenden Klarheit im Marktumfeld wieder in den Markt zurückkehren und Kapital gezielt in Vermögenswerte und Märkte mit stabilen Erträgen lenken. Der Wohnimmobiliensektor profitiere von dieser wiedergewonnenen Fokussierung.

Deutschland als bevorzugter Markt und Bestandsobjekte im Fokus

Deutschland, Spanien und das Vereinigte Königreich behaupten ihre Position als die drei beliebtesten Märkte für Investitionen in Wohnimmobilien. Insbesondere Deutschland ist in der aktuellen Umfrage auf Platz eins vorgerückt. Jan-Bastian Knod, Head of Residential Investment Germany bei Cushman & Wakefield, kommentierte, dass die Umfrageergebnisse die Tiefe des institutionellen Bestands und die Dynamik der Mietnachfrage in den Top-Märkten widerspiegeln. Dies erklärt, warum allein auf das Vereinigte Königreich und Deutschland im vergangenen Jahr zwei Drittel des europaweiten Investitionsvolumens von rund 59 Milliarden Euro entfielen.

In Bezug auf die Investorenpräferenzen gab es leichte Verschiebungen, so überholte Irland Frankreich und belegt nun den vierten Platz. Des Weiteren präferieren Investoren derzeit Bestandsobjekte. Knapp die Hälfte der Befragten gab an, dass 80 bis 100 Prozent ihrer aktuellen Living-Portfolios aus Bestandsobjekten bestehen. Diese Präferenz ist angesichts des relativ jungen Bestehens des Sektors als institutionelles Anlageziel und der Herausforderungen der letzten Jahre, insbesondere der Baukosteninflation, die das Fertigstellungsrisiko erhöhte, nachvollziehbar. Dies lenkte viele Investoren hin zu etablierten Bestandsobjekten.

  • Lage als wichtigster Einzelfaktor bei der Bewertung von PRS- und BTR-Projekten.
  • Erschwinglichkeit für Mieter folgt an zweiter Stelle der Relevanz.
  • Ausstattung und Nachhaltigkeitsmerkmale sind ebenfalls relevant, aber nachrangig.
  • Nachhaltigkeit bleibt ein zentrales Ziel für 82 Prozent der Investoren, wobei über die Hälfte bereit ist, für Objekte mit hoher Nachhaltigkeit einen Aufpreis zu zahlen.

Strategien und Nachhaltigkeitsaspekte

Joint Ventures und Akquisitionen von Bestandsobjekten werden in den nächsten ein bis drei Jahren voraussichtlich die gängigsten Wege für den Markteintritt bleiben. Bei Modellen wie Forward Funding und Forward Commitment wird von einer zurückhaltenden Haltung der Investoren ausgegangen. Eine Ausnahme bilden hier neuere Märkte wie Belgien, Italien, Polen und die Tschechische Republik, in denen sich ein institutionelles Angebot erst entwickelt. Patrick Hogan, Head of EMEA Living Capital Markets bei Cushman & Wakefield, hob hervor, dass die Beständigkeit der Investorenüberzeugung in der Umfrage besonders auffällig sei. Die Allokationen stiegen, die Strategien erweiterten sich und das Interesse an Wohnimmobilien sei strukturell in den Portfolios verankert. Die Widerstandsfähigkeit des Sektors im Jahr 2025 habe dieses Vertrauen signifikant gestärkt.

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