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Gewerkschaftsführer bemängeln Inspektionsprozess nach Beinahe-Einsturz von Pfizer-Konversionsprojekt

Gewerkschaftsführer in New York City sehen den Inspektionsprozess als Hauptursache für den Beinahe-Einsturz des ehemaligen Pfizer-Hauptquartiers, das zu Wohnraum umgebaut wird.

Gewerkschaftsführer bemängeln Inspektionsprozess nach Beinahe-Einsturz von Pfizer-Konversionsprojekt

Der beinahe katastrophale Vorfall im ehemaligen Pfizer-Hauptquartier in Midtown Manhattan, die Adresse 235 East 42nd Street, am 7. Juli hat die Immobilienbranche und die Stadtverwaltung in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Während die genaue Ursache der strukturellen Probleme noch unter Ermittlung steht, fordern Gewerkschaftsvertreter eine dringende Überarbeitung der städtischen Inspektionsverfahren.

Nathan Berman, der Hauptentwickler der Umwandlung von Büro- in Wohnflächen bei Metro Loft und David Werner Real Estate Investments, hatte die Ereignisse in den Medien heruntergespielt. Diese Darstellung erzürnte Organisationen, die sich für die Sicherheit der Öffentlichkeit und der Arbeiter einsetzen, zusätzlich. Die Gewerkschaften argumentieren, dass das derzeitige System der Beauftragung von Drittanbietern für Inspektionen ein wesentliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Kritik am Professional Certification Programm

Die Gewerkschaftsvertreter äußerten sich schockiert und wütend über das „Professional Certification“-Programm der Stadt und das Genehmigungsverfahren für unabhängige „Special Inspection Agencies“ (SIAs). Entwickler beauftragen üblicherweise SIAs anstelle von Inspektoren des New York City Department of Buildings (DOB). Im Fall des Gebäudes 235 East 42nd Street wurde Domani Inspection Services beauftragt, die Arbeiten zu zertifizieren. Domani hatte die ordnungsgemäße Ausführung bestätigt, bevor die Stahlträger im 21. Stock nachgaben, was zu einem Absacken der Stockwerke um bis zu vier Zoll und zerbrochenen Fenstern führte.

Gary LaBarbera, Präsident des Building and Construction Trades Council of Greater New York, erklärte gegenüber Commercial Observer: „Der Entwickler hat diesen Vertrauensbruch in die Stahlkonstruktion öffentlich als Baupanne bezeichnet — das ist keine Panne, das ist viel ernster.“ Er kritisierte das Modell, in dem eine Firma vom Bauherrn beauftragt wird, die Arbeiten gegenüber dem DOB zu zertifizieren, und betonte den Mangel an eigenen Inspektoren beim DOB. Domani wurde laut The New York Times mit zahlreichen Verstößen in anderen Projekten in Verbindung gebracht und auch in Unterlagen zum Pfizer-Gebäude häufig zitiert.

Forderung nach mehr DOB-Inspektoren und erhöhter Sicherheit

LaBarbera erwartet eine langwierige Untersuchung durch das DOB, um festzustellen, ob der Beinahe-Einsturz auf Materialfehler zurückzuführen ist und ob die Integrität anderer Gebäudeteile ebenfalls beeinträchtigt ist. Er und andere Gewerkschaftsvertreter sind der Ansicht, dass eine grundlegende Änderung des Inspektionsprozesses notwendig ist. LaBarbera äußerte die Befürchtung, dass der Eigentümer bewusst Gewinnmaximierung auf Kosten einer qualifizierten und geschulten Belegschaft sowie der Sicherheit betrieben habe. Er wies darauf hin, dass die Baukosten für das nicht-gewerkschaftliche Projekt 50 Prozent niedriger waren als bei Gewerkschaftsangeboten.

Cliff Johnsen, Betriebsleiter von Steamfitters Local 638, wies die Kommentare von Berman zurück, der den Vorfall als „Unglücksfall“ bezeichnete. Johnsen betonte, dass ein erfahrener Gewerkschaftsmitarbeiter bei der Prüfung der Pläne möglicherweise Bedenken geäußert hätte. Er forderte, dass Inspektionen ausschließlich von DOB-Mitarbeitern durchgeführt werden sollten, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Das DOB verteidigt jedoch das System der Drittinspektionen, das seit fast 60 Jahren in Gebrauch ist. Andrew Rudansky, Sprecher des DOB, erklärte, dass New York City weltweit führende Sicherheitsanforderungen im Baugewerbe habe. Die Special Inspection Agencies, ursprünglich als „Controlled Inspections“ bekannt, seien 1968 in den New Yorker Bauvorschriften eingeführt worden und stellten einen Standard in der gesamten Bauindustrie dar. Obwohl das DOB nur über eine Personalstärke von 1.837 Mitarbeitern verfügt, müssen SIAs technische Berichte vorlegen und können bei Verstößen mit Geldbußen belegt werden.

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