In den sieben führenden deutschen Bürovermietungsmärkten wurde im ersten Halbjahr 2026 ein Flächenumsatz von circa 1,29 Millionen Quadratmetern registriert, der sowohl Vermietungen als auch Eigennutzungen umfasst. Dies stellt eine Reduktion von etwa 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dar, in dem 1,38 Millionen Quadratmeter umgesetzt wurden. Markus Müller, Sprecher von German Property Partners (GPP), charakterisiert die aktuelle Marktlage als differenziert. Er merkt an, dass obwohl Berlin und München durch signifikante Großabschlüsse starke Zuwächse aufwiesen, andere Standorte hinter ihren Vergleichswerten des Vorjahres zurückblieben. Die allgemeine Zurückhaltung bei Anmietungsentscheidungen wird auf das anhaltend angespannte wirtschaftliche Umfeld und geopolitische Unsicherheiten zurückgeführt.
Regionale Entwicklungen und Leerstandsanalyse
Die höchsten Zuwachsraten beim Flächenumsatz innerhalb der Top-7-Märkte wurden in Berlin und München beobachtet. Berlin erreichte einen Anstieg von 52 Prozent auf 361.000 Quadratmeter und markierte damit den höchsten Flächenumsatz der führenden Städte. München verzeichnete eine Steigerung von 34 Prozent auf 346.000 Quadratmeter. Zu diesen Entwicklungen trugen unter anderem Anmietungen durch JetBrains an beiden Standorten sowie großvolumige Abschlüsse von E.ON in München und STRABAG in Berlin bei. Im Gegensatz dazu erlebten mehrere andere Standorte Rückgänge im Flächenumsatz: Frankfurt am Main verzeichnete ein Minus von 53 Prozent, Stuttgart ein Defizit von 42 Prozent und Köln eine Reduktion um 27 Prozent.
Der Leerstand in den Top-7-Märkten hat sich fortgesetzt erhöht. Der gesamte Leerstand in den Top-7-Städten stieg um 7 Prozent auf insgesamt 8,69 Millionen Quadratmeter, was einer Quote von 9,0 Prozent entspricht – eine Erhöhung um 0,57 Prozentpunkte. Hamburg wies mit einem Anstieg von 19 Prozent auf 1,05 Millionen Quadratmeter das größte absolute Plus auf. München verzeichnete den höchsten Leerstand mit 2,1 Millionen Quadratmetern. In Frankfurt am Main blieb der Leerstand stabil, während in Düsseldorf ein leichter Rückgang um 1 Prozent zu verzeichnen war.
Mietpreisentwicklung und Marktausblick
Die Entwicklung der Durchschnittsmieten verlief uneinheitlich. Düsseldorf zeigte den stärksten Anstieg um 14 Prozent auf 22,10 Euro pro Quadratmeter und Monat. Demgegenüber sanken die Durchschnittsmieten in Stuttgart um 15 Prozent, in Frankfurt um 11 Prozent und in Köln ebenfalls um 11 Prozent. Berlin erreichte mit 28,50 Euro pro Quadratmeter und Monat die höchste Durchschnittsmiete unter den Top-7. Die Spitzenmieten stiegen an den meisten Standorten an, wobei Frankfurt am Main mit einem Plus von 10 Prozent den größten Zuwachs verzeichnete, gefolgt von Berlin (+7 Prozent) und Düsseldorf (+6 Prozent). München führt bei den Spitzenmieten mit 56,70 Euro pro Quadratmeter und Monat.
Herr Müller hebt hervor, dass sich die Qualitätsdifferenzierung auf dem Bürovermietungsmarkt fortsetzt. Moderne, nachhaltige Büroflächen in zentralen Lagen erfahren weiterhin eine solide Nachfrage, während ältere Bestandsflächen zunehmend einem Vermarktungsdruck unterliegen. Diese Entwicklung wird den Markt auch in der zweiten Jahreshälfte prägen. GPP prognostiziert eine regional unterschiedliche Dynamik; trotz optimistischer Anzeichen durch großvolumige Gesuche an einigen Standorten wird für andere Standorte ein rückläufiges Jahresergebnis erwartet. Für das Gesamtjahr 2026 wird jedoch ein Top-7-Flächenumsatz prognostiziert, der den Vorjahreswert leicht übertreffen könnte. German Property Partners umfasst die Unternehmen Grossmann & Berger Immobilien, Anteon Immobilien, GREIF & CONTZEN Immobilien, blackolive sowie E & G Immobilien.




