Die Kölner RheinEnergie AG wird das Contracting-Geschäft der EnBW Energie Baden-Württemberg AG übernehmen. Diese Transaktion, deren Details in einer jüngst geschlossenen Vereinbarung festgelegt wurden, ist ein signifikanter Schritt in der Expansion des Energiedienstleistungsgeschäfts der RheinEnergie. Durch diese Akquisition positioniert sich RheinEnergie als einer der drei führenden Anbieter komplexer Energiedienstleistungen in Deutschland und erweitert zudem ihre Fähigkeiten in der Umsetzung von Industrieprojekten sowie im öffentlichen Sektor.
Das zu erwerbende Portfolio der EnBW umfasst bundesweit circa 200 Anlagen. Nach Vollzug der Übernahme wird die RheinEnergie über rund 800 Anlagen mit einer installierten Leistung von 1.100 Megawatt verfügen. Bestandteil dieser Vereinbarung ist außerdem die Übernahme von rund 150 Mitarbeitenden der EnBW aus dem Contracting-Bereich durch die RheinEnergie. Die genaue Höhe des Kaufpreises wurde von den beteiligten Parteien nicht offengelegt.
Strategische Neuausrichtung bei EnBW
Für die EnBW bedeutet der Verkauf des Contracting-Geschäfts eine Schärfung des strategischen Fokus. Das Unternehmen plant bis 2030 Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro. Diese Mittel sind vor allem für den Ausbau der Strom- und Gasnetze, die Entwicklung erneuerbarer Energien, den Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke sowie den Sektor der Elektromobilität vorgesehen. Peter Heydecker, Vorstand für Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei der EnBW, äußerte, dass das Contracting-Geschäft bei einem Partner untergebracht werde, bei dem es sich erfolgreich weiterentwickeln könne, was eine klare Perspektive für die Projekte sowie für die Kunden und Mitarbeitenden darstelle. Er merkte an, der Verkauf unterstütze die Umsetzung des ambitionierten Wachstumsprogramms der EnBW, um die zentrale Rolle in der Transformation des Energiesystems weiterhin wahrnehmen zu können.
Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der RheinEnergie AG, betonte die Bedeutung von Energiedienstleistungen als strategisches Wachstumsfeld. Er erklärte, die Energiewende spiele sich zunehmend direkt beim Kunden ab, etwa in Industrieunternehmen, Quartieren, Krankenhäusern, Kommunen und der Wohnungswirtschaft. Durch die Akquisition des EnBW-Portfolios beschleunige RheinEnergie diese Entwicklung und werde zu einem führenden Anbieter von komplexen Energie- und Wärmelösungen. Stephan Segbers, Vertriebsvorstand der RheinEnergie AG, ergänzte, die Stärken beider Unternehmen würden sich hervorragend ergänzen. Bisherige Kernkompetenzen der RheinEnergie in der Wohnungswirtschaft und dem Gewerbebereich würden gezielt um große Industrieprojekte und das Geschäft mit der öffentlichen Hand erweitert.
Kontinuität für Kunden und Mitarbeitende
Für die bestehenden Contracting-Kunden der EnBW wird der Geschäftsbetrieb ohne Unterbrechung fortgesetzt. Sämtliche Verträge und Konditionen behalten ihre Gültigkeit und werden von der RheinEnergie vollumfänglich übernommen. Auch für die Mitarbeitenden wurde eine langfristige Perspektive geschaffen. Die RheinEnergie plant, den Standort Stuttgart zu erhalten und die gesamte Belegschaft weiterzubeschäftigen. Betriebsbedingte Kündigungen wurden bis Ende 2029 ausgeschlossen. Die Realisierung der Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kommunalaufsicht sowie der Kartellbehörde. Diese Genehmigungen werden spätestens zum Jahresbeginn 2027 erwartet. Bis zum Vollzug der Transaktion wird das Geschäft weiterhin von der EnBW geführt.




