Der Münchner Gewerbeimmobilienmarkt zeigt trotz anhaltender Herausforderungen deutliche Zeichen der Erholung, insbesondere im Segment der hochwertigen Büroflächen. Peter G. Neumann, geschäftsführender Gesellschafter der Rock Capital Group, stellt fest, dass eine qualitative Nachfrage nach innerstädtischen Lagen sowie flexiblen und innovativen Immobilienprodukten, die sich klar vom Standard abheben, prägend ist. Projekte wie das Business-Quartier HEAVEN auf dem ehemaligen Bruckmann-Areal und das MONACO verzeichnen demnach ein erhöhtes Interesse von Mietern, die architektonisch oder konzeptionell herausragende Produkte in passenden Lagen suchen.
Ein wesentlicher Faktor für die Attraktivität Münchens ist die internationale Preisrelation. Obwohl die bayerische Landeshauptstadt als teuerster Bürostandort Deutschlands gilt, bleibt sie im Vergleich zu europäischen Topmärkten wie London oder Paris weiterhin kostengünstiger. Während Spitzenmieten in München bei hochwertigen Objekten inzwischen 80 Euro pro Quadratmeter überschreiten können, liegen die Spitzenmieten in London und Paris auf einem deutlich höheren Niveau. Für das West End in London werden bis zu 170 Euro pro Quadratmeter und Monat berichtet, und das Paris CBD erreicht laut Knight Frank rund 100 Euro pro Quadratmeter und Monat. Aus internationaler Perspektive, einschließlich Metropolen wie New York oder Hongkong, erscheint München trotz gestiegener Mieten als preislich vorteilhaft. Dies führt laut Neumann dazu, dass bei außergewöhnlichen Produkten in passender Lage auch eine höhere Zahlungsbereitschaft besteht.
Robuster Jahresauftakt und differenzierte Marktentwicklung
Diese Entwicklung korrespondiert mit den aktuellen Marktdaten für das erste Halbjahr 2026, die eine signifikante Dynamik im Büroflächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr aufzeigen. Maklerhäuser wie CBRE und JLL berichten von einem deutlich erhöhten Büroflächenumsatz in München. CBRE meldete für das erste Quartal 2026 einen Umsatz von rund 155.000 Quadratmetern, was einem Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. JLL bezifferte den Umsatz für den gleichen Zeitraum auf 164.900 Quadratmeter, ebenfalls über dem Vorjahreswert. Diese Entwicklung wurde insbesondere durch größere Mietvertragsabschlüsse und eine verstärkte Konzentration der Nachfrage auf hochwertige Flächen in zentralen und gut angebundenen Lagen vorangetrieben.
Gleichzeitig geraten veraltete Flächen in weniger attraktiven Lagen zunehmend unter Druck. Im Gegensatz dazu profitieren moderne, nachhaltige und differenzierte Produkte. Auch im Münchner Umland zeigt sich ein selektives Marktverhalten. In Aschheim beispielsweise verzeichnet die Rock Capital Group anhaltende Vermietungserfolge mit dem Objekt HEADS, das mit einem Gesamtkonzept aus New-Work-Elementen wie Dachterrassen, Atrien, hauseigenem Restaurant und Kita überzeugt. Dies deutet darauf hin, dass Mieter im Speckgürtel Münchens entweder sehr hohe Qualität oder sehr günstige Konditionen suchen.
Münchens wachsende Bedeutung als Technologie-, Forschungs- und KI-Standort verleiht dem Markt zusätzlichen Rückenwind. Internationale Technologieunternehmen haben ihre Präsenz in der Stadt ausgebaut oder neue Standorte angekündigt. Großvolumige Vermietungen im ersten Quartal 2026 belegen die Fähigkeit des Münchner Marktes, auch in einem anspruchsvollen Umfeld große Flächengesuche zu bedienen. Die Metropole verbindet somit internationale Attraktivität mit einer stabilen wirtschaftlichen Basis.




