Der Leipziger Mietwohnungsmarkt verzeichnetem im Jahr 2025 eine weiterhin hohe Nachfrage bei gleichzeitig steigenden Angebotsmieten. Dies geht aus dem Marktbericht Miete 2026 hervor, der von PISA Immobilienmanagement in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Sachsen und dem Institut für immobilienwirtschaftliche Studien erstellt wurde. Die Analyse berücksichtigt neben Angebotsmietpreisen auch Vermarktungsdauern und sozio-demografische Daten, um umfassende Einblicke in die Entwicklung bis 2025 zu ermöglichen.
Im Jahr 2025 erreichte die Angebotsmiete im Median in Leipzig im Erstbezug 13,95 Euro pro Quadratmeter und im Bestand 9,88 Euro pro Quadratmeter. Dies entspricht einem Anstieg von 7,3 Prozent im Erstbezug und 2,2 Prozent im Bestand gegenüber dem Vorjahr 2024. Seit 2015 sind die Angebotsmieten im Bestand um circa 70 Prozent und im Erstbezug um annähernd 97 Prozent gestiegen. Dennoch bleibt Leipzig mit einer medianen Angebotsmiete von 10,55 Euro pro Quadratmeter im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten, etwa München mit 25,21 Euro pro Quadratmeter, weiterhin moderat.
Mietbelastung und Einkommensentwicklung
Trotz der steigenden Mieten hat sich die durchschnittliche Mietbelastungsquote der Haushalte in Leipzig stabil bei rund 30 Prozent gehalten. Timo Pinder, Geschäftsführer der PISA Immobilienmanagement GmbH & Co. KG, erklärt dies mit der Entwicklung der Einkommen: Die Haushaltsnettoeinkommen in Leipzig stiegen von 2015 bis 2024 um circa 40 Prozent, während die tatsächlich gezahlten Bestandsmieten gemäß Erhebungen der Stadt Leipzig um 35,5 Prozent zunahmen. Einkommen und gezahlte Mieten haben sich durchschnittlich in ähnlicher Weise entwickelt, was die Stabilität der Mietbelastungsquote erklärt.
Diese Durchschnittswerte verdecken jedoch soziale Disparitäten. Bei den 20 Prozent der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen liegt die Mietbelastungsquote bereits bei über 40 Prozent. Prof. Dr. Kerry Brauer vom Institut für immobilienwirtschaftliche Studien weist darauf hin, dass das zentrale Problem nicht im Gesamtmarkt, sondern in der Versorgung einkommensschwacher Haushalte liegt. Hier seien gezielte wohnungspolitische Maßnahmen und sozialer Mietwohnungsbau erforderlich.
Heterogenität des Leipziger Marktes und methodische Aspekte
Leipzig weist keine einheitliche Mietentwicklung auf. Die Teilmärkte differenzieren sich erheblich nach Lage, Gebäudestruktur und Nachfrage. Während die mediane Angebotsmiete im Erstbezug im Stadtbezirk Süd von 14,56 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2024 auf 13,99 Euro im Jahr 2025 leicht sank, verzeichneten andere Stadtbezirke weitere Anstiege. Die Bandbreite der Angebotsmieten im Bestand reichte von 11,90 Euro im Stadtbezirk Mitte bis 7,91 Euro im Stadtbezirk West. Die Nachfrage nach preiswerterem Wohnraum bleibt angespannt, was an der sinkenden mittleren Vermarktungsdauer deutlich wird. Im Stadtbezirk West reduzierte sich diese bei Bestandswohnungen von 119 Tagen im Jahr 2015 auf unter 20 Tage. Im hochpreisigen Segment zeigen sich hingegen Grenzen der Zahlungsbereitschaft; in Lagen wie dem Waldstraßenviertel liegt die Vermarktungsdauer trotz Rückgang über dem städtischen Durchschnitt.
- —Der Markt reguliert sich über Preisbereitschaft und Nachfrage, insbesondere bei sehr hohen Mieten, wo die Anzahl der zahlungsfähigen Haushalte begrenzt ist.
- —Methodisch wichtig ist, dass die im Marktbericht ausgewiesenen Bestandsmieten Neubau-Angebotsmieten bei Wiedervermietung beschreiben und nicht die Entwicklung laufender Mietverträge widerspiegeln.
- —Eine statistische Erhöhung des Medians der Bestandsmieten kann auch durch die Wiedervermietung ehemals neuer Wohnungen erfolgen, ohne dass bestehende Mietverhältnisse teurer werden.
Auch die Wohnungsgröße zeigt eine Verschiebung: Die durchschnittliche Wohnfläche neu angebotener Erstbezugswohnungen verringerte sich von 85,5 Quadratmetern im Jahr 2018 auf 67,4 Quadratmeter im Jahr 2025. Der Bericht beleuchtet zudem die enge Verflechtung Leipzigs mit seinem Umland. Seit 2014 verzeichnet Leipzig ein negatives Wanderungssaldo gegenüber dem Umland von jährlich 2.500 bis fast 5.000 Personen. Pinder prognostiziert einen moderaten weiteren Mietanstieg und betont die Bedeutung zusätzlicher Wohnungsfertigstellungen als entscheidenden Faktor für ein langfristig stabiles Verhältnis von Angebot und Nachfrage.




