Das Altersvorsorgebarometer von J.P. Morgan Asset Management offenbart eine deutliche Vertrauenslücke bezüglich der Altersvorsorge unter jüngeren Deutschen. Nur 35 Prozent der 18- bis 34-Jährigen äußern sich zuversichtlich, ihren Lebensstandard im Ruhestand sichern zu können. Dies steht im Gegensatz zu 47 Prozent in der Altersgruppe der 35- bis 54-Jährigen und 46 Prozent bei den über 55-Jährigen. Der Durchschnittswert über alle Befragten liegt bei 42 Prozent. Diese Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Umfrage unter 1.000 Frauen und Männern in Deutschland, durchgeführt im Herbst 2025.
Die Studie hebt hervor, dass die Skepsis der jungen Generation über ihren Lebensstandard im Ruhestand mit geringerer Zuversicht bei Spar- und Investitionsentscheidungen korreliert. Etwa die Hälfte der jüngeren Befragten ist hierbei nicht oder nur wenig zuversichtlich, während dieser Anteil in der mittleren Altersgruppe bei rund einem Drittel und bei älteren Befragten bei vier von zehn liegt. Ein wesentlicher Faktor für diese Unsicherheit scheint fehlendes Wissen zu sein.
Wissenslücke und bevorstehende Reform
Lediglich 56 Prozent der 18- bis 34-Jährigen fühlen sich sicher im Umgang mit Entscheidungen zum Sparen und Investieren, im Vergleich zu 62 Prozent in der mittleren Altersgruppe und 61 Prozent bei den Älteren. Besonders hervorzuheben ist, dass 38 Prozent der jungen Befragten mangelndes Wissen als Hauptgrund für ihre Unsicherheit angeben. Dies ist fast doppelt so hoch wie in der mittleren Altersgruppe, wo der Wert bei 19 Prozent liegt.
Ab dem 1. Januar 2027 tritt das Altersvorsorgedepot in Kraft, eine umfassende Reform der geförderten privaten Vorsorge in Deutschland. Holger Schröm, Leiter Finanzdienstleister bei J.P. Morgan Asset Management, sieht darin eine signifikante Chance für alle Altersgruppen, insbesondere für jüngere Anleger, da die Möglichkeit besteht, stärker in renditestarke Anlageklassen zu investieren. Dies ist durch den Wegfall der Verpflichtung zu Garantien und lebenslanger Rentenauszahlung bedingt. Schröm betont die Wichtigkeit von Wissensvermittlung und Beratung in den kommenden Monaten, um die Wissenslücke zu schließen.
Herr Schröm hebt hervor, dass das Altersvorsorgedepot jungen Menschen eine staatlich unterstützte Möglichkeit bietet, erste Erfahrungen mit höheren Rentabilitäten am Kapitalmarkt zu sammeln und eine bessere Altersabsicherung als klassische Sparformen zu erreichen. Die Vielfalt der Optionen innerhalb des Altersvorsorgedepots, einschließlich aktiv gemanagter Multi-Asset-ETFs, ermöglicht eine breite Diversifikation und die Nutzung von Chancen aus verschiedenen Regionen und Anlageklassen. Dabei sind staatliche Förderungen auf Eigenbeiträge sowie Grund- und Kinderzulagen in allen Varianten enthalten. Die nächste pan-europäische Befragung zur Altersvorsorge wird im Herbst 2026 veröffentlicht.




