Das Energieunternehmen enercity übernimmt die zentrale Energielösung für das neu entstehende Quartier TIDE in der Hamburger HafenCity. Der Leistungsumfang umfasst die Fernwärmeversorgung, die Errichtung der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität sowie das Energiemonitoring. enercity begleitet das Projekt somit über die konventionelle Energiebereitstellung hinaus und schafft die Grundlage für einen dauerhaft energieeffizienten Betrieb des Gebäudekomplexes.
TIDE zählt zu den größten und vielseitigsten Quartiersentwicklungen innerhalb der Hamburger HafenCity. Das Ensemble, realisiert von ParkProperty Europe, einem paneuropäischen Immobilien-Investor und Developer der Otto-Familie, vereint auf insgesamt 85.000 Quadratmetern verschiedene Nutzungsformen. Dazu gehören Eigentums- und Mietwohnungen, Studierendenwohnungen, ein Digital Art Museum, eine Kindertagesstätte sowie Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen. Dr. Knut Volquardsen, Project Director TIDE bei ParkProperty Europe, hob hervor, dass ein intelligentes Energiekonzept einen wesentlichen Baustein für die Erfüllung der hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit darstellt.
Ressourcenschonende Wärmeversorgung und Mobilitätsinfrastruktur
Die enercity Contracting Nord GmbH, eine hundertprozentige Tochter der enercity AG, beliefert bereits seit Ende 2025 vier der insgesamt fünf Gebäudeteile des Quartiers mit Fernwärme. Die Versorgung des fünften Gebäudeteils soll vor Beginn der nächsten Heizperiode aufgenommen werden. Diese Wärme basiert zu einem maßgeblichen Teil auf industrieller Abwärme des Hamburger Multimetall-Produzenten Aurubis, welche bei der Kupferproduktion entsteht. Diese Methode ermöglicht eine besonders ressourcenschonende Wärmeversorgung, die den Nachhaltigkeitsstandards der HafenCity entspricht. enercity stellt für das gesamte Quartier eine Wärmeleistung von über 3.000 Kilowatt bereit, was dem Heizbedarf von nahezu 500 Einfamilienhäusern entspricht. Durch die Nutzung dieser nahezu CO₂-freien Wärme werden jährlich etwa 800 Tonnen Kohlendioxid im Vergleich zu konventionellen Systemen eingespart.
Zusätzlich errichtet enercity die Ladeinfrastruktur für das Gebäude-Ensemble und verantwortet deren Betrieb. Dies beinhaltet ein Lastmanagement zur gesteuerten Energieverteilung, um eine gleichmäßige Ladeleistung für alle angeschlossenen Elektrofahrzeuge sicherzustellen. Insgesamt werden 72 Tiefgaragen-Ladepunkte installiert. Die Steuerung der stellplatzspezifischen Ladepunkte erfolgt über die easyGo-App von enercity. Diese App ermöglicht es Kunden, ein monatlich kündbares Nutzungsabonnement abzuschließen und die individuelle Abrechnung digital zu verwalten. Die Integration der Ladeinfrastruktur in die technische Gesamtplanung ist Teil des Mobilitätskonzepts von TIDE, das neben dem öffentlichen Personennahverkehr, Fahrradangeboten und Carsharing auch den elektrifizierten Individualverkehr berücksichtigt.
Energiemonitoring für nachhaltigen Gebäudebetrieb
Ein weiterer Kernbestandteil des Projekts ist das Energiemonitoring für das Gebäudeensemble, welches den Anforderungen des HafenCity-Umweltzeichens entspricht. Ziel ist die langfristige Sicherstellung der Energieeffizienz im Betrieb. enercity stattet hierfür alle Gebäudeeinheiten mit fernauslesbaren Zählern aus, um Energieverbräuche und Energieströme systemisch zu dokumentieren. Überwacht werden unter anderem Kälte- und Lüftungsanlagen, Aufzüge, der Fernwärmeverbrauch des Komplexes, die Heizkreisverteilungen einzelner Bereiche, der Wärmeverbrauch für die Warmwasseraufbereitung sowie der Kaltwasserverbrauch.
Auf Basis dieser erhobenen Daten für Wärme, Wasser und Strom wird im ersten Betriebsjahr eine Referenzlinie (Baseline) ermittelt. Anhand dieser Baseline können die Wirksamkeit technischer und organisatorischer Optimierungsmaßnahmen bewertet sowie potenzielle Schwachstellen identifiziert werden. Eine von enercity bereitgestellte Software ermöglicht umfassende Verbrauchs- und Lastganganalysen, die detaillierte Einblicke in das Verbrauchsverhalten einzelner Gebäudebereiche und Nutzungssituationen bieten. Im zweiten Monitoringjahr werden die Auswirkungen der implementierten Optimierungsmaßnahmen überprüft, um die Effizienzsteigerungen gegenüber dem Vorjahr zu belegen. Das Monitoring ist für einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren vorgesehen, um die Energieverbräuche langfristig zu minimieren und die Performance des Quartiers kontinuierlich zu verbessern. Nico Treder, Leiter des B2B-Projektgeschäfts bei enercity, betonte die zunehmende Bedeutung vernetzter Lösungen, die den Betrieb komplexer Gebäude oder ganzer Quartiere unterstützen und optimieren.














