Das kürzlich verabschiedete Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GModG, markiert einen signifikanten Schritt in der deutschen Energiegesetzgebung. Es zielt darauf ab, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Integration energieeffizienter Heizsysteme in Bestands- und Neubauten zu vereinfachen und zu erweitern. Insbesondere Stromdirektheizungen, zu denen auch moderne Infrarotheizungen zählen, profitieren von dieser Neuregelung.
Die Novellierung des Gesetzes trägt den veränderten Anforderungen an die Energieversorgung und die Gebäudetechnik Rechnung. Sie ermöglicht eine flexiblere Planung und Implementierung von Heizlösungen, die zuvor durch restriktive Vorgaben eingeschränkt waren. Dies betrifft primär den § 12, Absatz 2 des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG), der bislang den Einsatz von Stromdirektheizungen in Neubauten und bei wesentlichen Änderungen an Bestandsgebäuden begrenzte.
Optimierte Einsatzmöglichkeiten
Vor der Verabschiedung des GModG war die Installation von Stromdirektheizungen, inklusive Infrarotsystemen, oftmals mit hohen Hürden verbunden. Diese resultierten aus den Anforderungen an den Primärenergiebedarf und die Erzeugung von Wärme aus erneuerbaren Energien. Das neue Gesetz adressiert diese Punkte direkt, indem es den Fokus auf die tatsächliche Energieeffizienz und den CO2-Ausstoß des Gebäudes legt. Dadurch wird der Weg für Heizsysteme geebnet, die in Kombination mit erneuerbaren Stromquellen eine klimafreundliche Alternative darstellen.
Die praktischen Auswirkungen sind für Immobilienbesitzer und Projektentwickler unmittelbar spürbar. Es eröffnet sich ein erweiterter Spielraum für Sanierungsmaßnahmen und Neubauprojekte, in denen Infrarotheizungen als primäres oder ergänzendes Heizsystem vorgesehen sind. Dies ist besonders relevant für Objekte, bei denen die Installation konventioneller Heizsysteme, beispielsweise aufgrund fehlender Gasanschlüsse oder komplexer Leitungsführungen, unwirtschaftlich oder technisch herausfordernd ist.
Implikationen für den Immobilienmarkt
Die Gesetzesänderung wird voraussichtlich zu einer vermehrten Nachfrage und Akzeptanz von Infrarotheizungen im Immobiliensektor führen. Die Vorteile dieser Technologie – geringer Wartungsaufwand, präzise Steuerbarkeit und eine schnelle Wärmeabgabe – werden nun durch eine verbesserte rechtliche Grundlage flankiert. Dies könnte auch den Wert von Immobilien steigern, die über effiziente und zukunftssichere Heizlösungen verfügen.
- —Erhöhte Attraktivität von Stromdirektheizungen in Neubau und Sanierung.
- —Potenzielle Reduzierung der Energiekosten in Verbindung mit Photovoltaikanlagen.
- —Vereinfachte Genehmigungsverfahren für bestimmte Heizsysteme.
- —Unterstützung der Klimaziele durch effiziente Technologien.
Die Neuausrichtung durch das GModG unterstreicht das Bestreben, moderne und energieeffiziente Heiztechnologien stärker in den Fokus zu rücken. Für den Immobilienmarkt bedeutet dies eine Ausweitung der Optionen zur Erfüllung energetischer Standards und zur Steigerung der Wohnqualität, stets unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeitsaspekte.














