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DGNB etabliert Qualifizierungsangebot für Bauhandwerk und neue Mitgliedskategorien

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) erweitert ihr Engagement für nachhaltiges Bauen durch die Einführung eines umfassenden Schulungsangebots für das Handwerk und neuer Mitgliedskategorien.

DGNB etabliert Qualifizierungsangebot für Bauhandwerk und neue Mitgliedskategorien

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) richtet ihren Fokus verstärkt auf die Qualifikation von Fachkräften in der Bauausführung. Aktuell entwickelt die DGNB ein weitreichendes Qualifizierungsangebot für das Handwerk, dessen Schulungen über kooperierende Fachhandelsbetriebe regional durchgeführt werden sollen. Ergänzend dazu wurden bei der Mitgliederversammlung des Non-Profit-Vereins am 17. Juni 2026 in Stuttgart zwei neue Mitgliedskategorien für Handwerksbetriebe und Handelsunternehmen beschlossen. Im Rahmen derselben Veranstaltung erfolgte die Ernennung von Prof. Alexander Rudolphi, dem Initiator und langjährigen Präsidenten des Vereins, zum Ehrenpräsidenten der DGNB.

Johannes Kreißig, Geschäftsführender Vorstand der DGNB, betonte die Relevanz der Bauausführungsqualität für die Umsetzung von Nachhaltigkeitsanforderungen in Bauprojekten. Er wies darauf hin, dass hierfür spezialisierte Fachkräfte erforderlich seien, die die Kriterien bei Produktauswahl und Verarbeitung beherrschen. Obwohl die DGNB-Zertifizierung bereits ein Kriterium für Qualitätssicherung in der Ausführung beinhaltet, gab es bislang kein spezifisches Schulungsangebot für das Handwerk. Diese Lücke wird nun geschlossen. Die DGNB plant eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachhandel, um Fortbildungen regional in Kooperation mit der Industrie anbieten zu können.

Inhalte und Rahmenbedingungen der Qualifizierung

Die geplanten Vor-Ort-Schulungen sollen Fachhandwerkern relevantes Wissen zu Nachhaltigkeitsaspekten ihres Gewerks vermitteln. Dies umfasst Hintergrundinformationen zum nachhaltigen Bauen sowie konkrete Punkte wie die Auswirkungen von Produktemissionen auf Gesundheit und Umwelt, stets im Kontext des Gesamtgebäudes. Erste Pilotschulungen zur didaktischen Anpassung der Inhalte an die Zielgruppe wurden bereits durchgeführt. Zukünftig können sich Handwerksbetriebe mit entsprechend qualifizierten Fachkräften bei der DGNB listen lassen, um ihre Kompetenzen gegenüber potenziellen Kunden zu demonstrieren.

Die DGNB kooperiert bei der Gestaltung des Handwerksangebots eng mit Peter Bachmann, Gründer des Sentinel Haus Instituts und von CircularSkills. Die genaue Ausgestaltung des neuen Schulungsangebots für ausführende Betriebe wird in den kommenden Monaten in einem neu gegründeten Arbeitskreis erfolgen. Unternehmen, die an einer Mitarbeit interessiert sind, können sich bis Mitte September bei der DGNB melden. Der Arbeitskreis wird prioritär festlegen, für welche Gewerke die Fortbildungen zuerst entwickelt werden. Die Einführung ist zur Fachmesse BAU 2027 im Januar geplant.

Neue Mitgliedskategorien und Ehrung

Passend zu den neuen Schwerpunkten führt die DGNB zwei neue Mitgliedskategorien ein, die den Besonderheiten von Handwerk und Handelsunternehmen gerecht werden. Für Handwerksbetriebe beginnt die Einstiegsmitgliedschaft für Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern bei einer Jahresgebühr von 250 Euro. Weitere Preisstaffelungen sind für Betriebe mit bis zu 49, 249 und 999 Mitarbeitern vorgesehen. Im Handel starten die jährlichen Mitgliedsbeiträge bei 550 Euro für Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2,5 Millionen Euro, wobei die höchste Stufe für Unternehmen mit über 500 Millionen Euro Jahresumsatz bei 5.500 Euro liegt. Der Beschluss zur Einführung dieser Kategorien erfolgte am 17. Juni 2026; die Eintragung ins Vereinsregister steht noch aus.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde Prof. Alexander Rudolphi zum Ehrenpräsidenten der DGNB ernannt. Diese Würdigung honoriert sein Engagement für das nachhaltige Bauen, das maßgeblich zur Gründung des Vereins im Jahr 2007 beitrug. Rudolphi war von 2007 bis 2008 sowie von 2013 bis 2020 DGNB-Präsident. Der Ingenieur gilt als Pionier des nachhaltigen Bauens in Deutschland, war unter anderem an der Entwicklung des Umweltpreises HafenCity Hamburg beteiligt und war in Lehre und Praxis aktiv. Er betreute darüber hinaus als Auditor eine Vielzahl von Bauprojekten bei der Zertifizierung.

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