Landsberg am Lech. Der Stadtrat von Landsberg am Lech hat in seiner Sitzung am 17. Juni 2026 einem Bebauungsplan für die Baufelder B1 und D innerhalb des Quartiers am Papierbach zugestimmt. Diese Entscheidung schafft die rechtliche Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals, zu der die Realisierung eines Hotels, kultureller Einrichtungen und Wohnraum gehört, und ermöglicht den Beginn der Planungs- und Pre-Construction-Phase für die genannten Baufelder.
Die Verabschiedung des Bebauungsplans ebnet den Weg für die Schaffung des Europaplatzes, eines zentralen und größeren Treffpunktes für das Quartier. Über diesem Platz ist ein sogenanntes „grünes Dach“ aus klimaresilienten, tiefwurzelnden Bäumen vorgesehen, um ein Mikroklima zu optimieren. Der Europaplatz soll zudem eine direkte Verbindung zwischen dem Lady-Herkomer-Steg und dem westlichen Stadtbereich herstellen. Das Konzept, als „grünes Entrée“ bezeichnet, wurde von grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner aus Freising entwickelt und resultiert aus einem Beteiligungs- und Diskussionsprozess.
Kulturelle und urbane Integration
Umrahmt wird der Europaplatz von einem L-förmigen Hotel- und Kulturbau auf dem Baufeld B1. Ein Kulturpavillon im Erdgeschoss mit rund 360 Quadratmetern Fläche, zuzüglich eines Zwischengeschosses, soll den Platz kulturell beleben. Dieser Pavillon, konzipiert für bis zu 200 Gäste, öffnet sich zum Europaplatz und ermöglicht eine flexible Nutzung der Freifläche bei Veranstaltungen. Nach Fertigstellung wird die Stadt Landsberg am Lech die Kuratierung des Kulturangebots übernehmen. Das Gebäude umfasst neben der kulturellen Nutzung auch Gewerbeflächen für ein Hotel sowie Wohnnutzungen, darunter Eigentumswohnungen und Serviced Apartments. Anpassungen in der Gebäudehöhe und -kubatur erfolgten, um eine bessere Integration in das Stadtbild zu gewährleisten und den Europaplatz zu vergrößern. Auch die Dachfläche wurde im Rahmen der Bürgerbeteiligung begrünt.
Das Baufeld D bildet den südlichen Abschluss des Quartiers. Dort ist nach Entwürfen von Hierl Architekten ein Wohnhaus mit insgesamt 56 Wohneinheiten direkt am Papierbach und einem Feuchtbiotop geplant. Im Zuge der Planänderungen wurde die Dachform dieses Gebäudes angepasst, wobei ein gewölbtes Mansarddach anstelle eines Flachdachs umgesetzt wird, um eine harmonischere Einfügung in die Umgebung zu erzielen.
Perspektiven der Beteiligten
Doris Baumgartl, Oberbürgermeisterin der Stadt Landsberg am Lech, äußerte, der Stadtratsbeschluss schaffe die rechtliche Grundlage, insbesondere für das Hotel am Papierbach, da die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten in Landsberg anhaltend hoch sei.
Samira Pichler, Chief Development Officer bei Ehret+Klein AG, betonte die erfolgreiche Beendigung eines zweijährigen Prozesses. Sie hob hervor, dass das neue grüne Entrée eine maßgebliche Aufwertung für das Quartier darstelle und das Hotel nun autark realisiert werden könne, während die Kultur als eigenständige, von der Stadt betriebene Einheit funktioniere. Pichler unterstrich die Bedeutung der Öffentlichkeitsbeteiligung und der engen Zusammenarbeit mit Planern, Gutachtern und der Stadtverwaltung.
Doris Grabner, Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin, führte aus, die Konzeption für den Europaplatz biete Lösungen für Fragen der Klimaanpassung, sowohl hinsichtlich der Grünausstattung als auch der Regenwasserbewirtschaftung. Sie betonte, dass diese Aspekte synergetisch wirkten und zur Aufenthaltsqualität für die Bürger beitragen würden.




