Der US-amerikanische Immobilienmarkt tendiert laut dem Immobilienmakler Redfin zunehmend zugunsten der Käufer. Dies ist jedoch nicht darauf zurückzuführen, dass Amerikaner plötzlich mit erschwinglichen Eigenheimen überflutet werden. Vielmehr ist es eine Folge des Rückzugs vieler Käufer vom Markt, da Hypothekenzinsen um die 7 % die monatlichen Zahlungen auf ein unerschwingliches Niveau treiben. Der National Association of Realtors (NAR) zufolge haben die Verkäufe bestehender Häuser im Juli 2023 ihr Tempo vom Vormonat gehalten, blieben aber 16,6 % unter dem Niveau des Vorjahresmonats.
Die Aktivität auf dem US-Wohnungsmarkt erreichte im Juli fast ein Rekordtief, mit nur geringfügigen Unterschieden zum Tiefststand von 2020 während des Höhepunkts der Pandemie. Nach Angaben von Redfin sank die Zahl der schwebenden Hausverkäufe landesweit um 19 % im Vergleich zum Vorjahr, während die Zahl der Hausbesichtigungen 11 % unter dem Vorjahresniveau lag. Das Immobilienangebot wuchs derweil nur moderat um 5 %.
Druck durch Hypothekenzinsen und Knappheit
Die derzeitige Situation wird maßgeblich von zwei Faktoren beeinflusst: den gestiegenen Hypothekenzinsen und der anhaltenden Knappheit an verfügbaren Häusern. Viele Eigentümer, die ihre Immobilien vor dem Anstieg der Zinsen mit Hypotheken zu historisch niedrigen Sätzen finanziert haben, sind zögerlich, diese nun zu verkaufen. Dies führt zu einem weiterhin knappen Angebot, obwohl die Nachfrage durch die hohen Finanzierungskosten gedämpft wird.
Der durchschnittliche Verkaufspreis für Häuser stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahr leicht um 1,6 % auf 388.800 $. Dies deutet darauf hin, dass die wenigen auf dem Markt befindlichen Objekte ihren Wert halten oder sogar leicht steigern können, während das Gesamtvolumen der Transaktionen signifikant reduziert ist. Die durchschnittliche Zeit, die ein Haus auf dem Markt verbringt, verlängerte sich von 26 Tagen auf 29 Tage, was eine leichte Entspannung für Käufer signalisiert, die sich noch am Markt befinden.
Marktbedingungen und Ausblick
Die Angebotsengpässe sind struktureller Natur und werden sich voraussichtlich nicht kurzfristig auflösen. Der Chefredakteur von Redfin, Chris Hamrick, betonte, dass der Wettbewerb um knappe Angebote nach wie vor vorhanden ist. Er stellte fest, dass die hohen Hypothekenzinsen viele Menschen davon abhalten, ihr Haus zu verkaufen, was die Preise stützt, während sie gleichzeitig Käufer abschrecken.
- —Schwebende Hausverkäufe: Rückgang um 19 % gegenüber dem Vorjahr.
- —Hausbesichtigungen: Rückgang um 11 % gegenüber dem Vorjahr.
- —Immobilienangebot: Anstieg um 5 % gegenüber dem Vorjahr.
- —Durchschnittlicher Verkaufspreis: Anstieg um 1,6 % auf 388.800 $.
Diese Zahlen unterstreichen die komplexe Lage des US-Wohnungsmarktes: Obwohl die Nachfrage aufgrund der Zinsen sinkt, hält das begrenzte Angebot die Preise relativ stabil. Käufer profitieren von einer leicht verlängerten Angebotsdauer, stehen aber weiterhin vor Herausforderungen in Bezug auf Erschwinglichkeit und Auswahl.













