Die Regierung Mamdani hat kürzlich ihr Versprechen eingelöst, eine Steuer auf die wohlhabendsten Hausbesitzer in New York City einzuführen. Das städtische Finanzministerium veröffentlichte eine Online-Datenbank mit über 31.000 Immobilien und Eigentümern, die der neuen Pied-à-terre-Steuer unterliegen könnten. Als die Abgabe im Mai verabschiedet wurde, schätzten Stadt- und Staatsbeamte zunächst, dass etwa 10.000 Immobilien von der Steuer betroffen sein würden.
Obwohl die letzte Woche versandte Liste nicht die endgültige Zusammenstellung der Häuser darstellt, die höheren Abgaben ausgesetzt sein werden, enthält sie doch mehrere prominente Adressen und namhafte Eigentümer. Unter den zahlreichen Milliardären, CEOs und Geschäftsführern auf der Liste befinden sich Ken Griffin, CEO von Citadel, Mark Cuban, Investor bei „Shark Tank“, Richard Gelfond, CEO von IMAX, und Stephen Schwarzman, CEO und Mitbegründer von Blackstone. Mehrere A-List-Prominente sind ebenfalls auf der Liste zu finden, darunter Modeikone Anna Wintour, Schauspielerin Cynthia Nixon, Sängerin Taylor Swift, Filmemacher Woody Allen und Schauspieler Alan Cumming.
Als Immobilien werden in Mamdanis Liste prominente Luxuswohngebäude und -projekte genannt. Dazu zählen der Jenga Tower in der 56 Leonard Street in Tribeca, das Gebäude 150 Charles Street der Witkoff Group in West Village, MetroLofts 443 Greenwich Street in Tribeca, Vornado Realty Trusts 220 Central Park South an der Billionaires’ Row, der One57 Condo Tower in Midtown und 15 Central Park West in Lincoln Square.
Reaktionen der Eigentümer
Die Pied-à-terre-Steuer löste bei ihrer Ankündigung scharfe Reaktionen in der New Yorker Immobilienbranche aus, begleitet von Bedenken hinsichtlich Marktstörungen, fehlerhafter Vorschriften und politischem Kalkül. Es scheint jedoch, dass die Steuer den Luxusmarkt der Stadt noch nicht unmittelbar beeinflusst hat. Dennoch begann die Stadt vergangene Woche, Hausbesitzer per Post über ihre potenzielle Steuerpflicht zu informieren. Laut Ian Slater, Immobilienmakler bei Compass und Mitbegründer von Trove Partners, sind viele dieser Eigentümer bereits bereit, ihre Zweitwohnsitze zu verkaufen, um Schwierigkeiten durch die Steuer zu vermeiden. Slater berichtete, seine Klienten hätten das 'Ende ihrer Geduld' erreicht.
Marktauswirkungen und Kundenverhalten
Ian Slater äußerte, dass die wiederholten Meldungen und die Veröffentlichung der Liste der potenziell Betroffenen viel Aufmerksamkeit erregen. Kunden, die zuvor vielleicht nur lose über die Steuer nachdachten, erkennen nun, dass sie betroffen sind und beginnen, die finanziellen Auswirkungen zu quantifizieren. Der Zeitpunkt fällt mit dem Beginn der Herbstsaison zusammen, einer traditionellen Phase für Immobilienlistungen in New York. Slater berichtet von verstärkten Anfragen zum Verkauf, wobei einige Eigentümer, deren Mieterverträge auslaufen, Verkäufe dem Neuvermieten vorziehen. Er fügt hinzu, dass viele Käufer den Markt beobachten und möglicherweise eher zum Mieten tendieren.
Hinsichtlich der Vermietung von Luxusimmobilien bemerkt Slater, dass Eigentümer im sehr oberen Segment ihre Objekte selten vermieten möchten; sie bevorzugen es, die Immobilie leer stehen zu lassen oder zu verkaufen. Obwohl er keine signifikante Zunahme von Vermietungen im Super-Luxusbereich feststellt, bemerkt er, dass nun mehr leerstehende High-End-Objekte vermietet werden, da die Anreize dazu gestiegen sind. Slater betont, dass der Verkaufsentschluss oft auf mehreren Faktoren beruht und es sich nicht um eine Krise wie während der COVID-19-Pandemie oder im Jahr 2008 handelt, sondern um eine Anhäufung kleinerer Belastungen, die für einige untragbar werden.
Die langfristigen Auswirkungen der Pied-à-terre-Steuer auf den New Yorker Immobilienmarkt bleiben abzuwarten. Slater hält fest, dass die entstandene Verwirrung durch die neue Liste den Märkten niemals zuträglich ist. Obwohl der Pied-à-terre-Markt nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes ausmacht, zieht er aufgrund seiner Hochwertigkeit und der involvierten Persönlichkeiten viel öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. Der Großteil des Marktes besteht jedoch aus New Yorkern, die Häuser als ihren Hauptwohnsitz erwerben, sodass die Steuer den breiteren Markt weniger direkt beeinflussen dürfte.




