Marktanalyse··2 min

Wohnimmobilienpreise steigen trotz Zinsentwicklung kontinuierlich an

Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes verzeichnet seit sechs Quartalen einen Anstieg, wobei die Entwicklung regional heterogen verläuft und der Zusammenhang zwischen Zinsniveau und Preisbildung sich offenbar lockert.

Wohnimmobilienpreise steigen trotz Zinsentwicklung kontinuierlich an

Der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamtes hat gemäß Analysen von DIP-Partner Aengevelt Immobilien eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung über sechs aufeinanderfolgende Quartale verzeichnet. Dieser Anstieg folgt auf eine Phase des Preisrückgangs für Wohnimmobilien, die sich zwischen dem vierten Quartal 2022 und dem zweiten Quartal 2024 erstreckte. Im ersten Quartal 2026 fiel der Preisanstieg im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 1,4 Prozent jedoch moderat aus.

Die aktuelle Preisentwicklung wird von Aengevelt als nicht allein auf das Zinsniveau für Hypothekendarlehen zurückzuführen eingeordnet. Zinssteigerungen wirken typischerweise preisdämpfend auf den Immobilienmarkt, da Kapitalanleger höhere Renditen erwarten und Finanzierungsengpässe für Selbstnutzer entstehen können. Ende 2022 wurden Preisrückgänge in diesem Segment noch durch den Anstieg der Bauzinsen von rund 1,3 Prozent auf rund 4,0 Prozent erklärt. Eine nachfolgende Zinssenkung auf rund 3,4 Prozent Ende 2023 spiegelte sich erst mit einer Zeitverzögerung von etwa zwölf Monaten in den Hauspreisen wider.

Bemerkenswert ist, dass der seit dem vierten Quartal 2022 beobachtete Preisanstieg erfolgte, obwohl das Zinsniveau in derselben Periode erneut von rund 3,3 Prozent auf rund 3,9 Prozent anstieg. Aengevelt interpretiert dies als eine Lockerung des tradierten Zusammenhangs zwischen dem Zinsniveau und den Immobilienpreisen. Die beobachteten Zeitverzögerungen zwischen Zins- und Preisänderungen werden auf die längeren Entscheidungs-, Planungs- und Realisierungsprozesse im Immobiliensektor zurückgeführt.

Regionale Heterogenität der Preisentwicklung

Die Immobilienpreise sind maßgeblich von der jeweiligen lokalen Angebots- und Wettbewerbssituation abhängig. Dies manifestiert sich in regional unterschiedlichen Entwicklungen des Häuserpreisindexes. So war im ersten Quartal 2026 der stärkste Preisanstieg für Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen zu verzeichnen, wo das Angebot als knapp und übersichtlich gilt.

  • In dünn besiedelten ländlichen Kreisen stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
  • In dichter besiedelten ländlichen Kreisen wurde ein leichter Preisrückgang von 0,4 Prozent registriert.
  • In den „Big Seven“ Metropolen fiel der Preisanstieg mit 0,3 Prozent geringer aus, während die Preise in den übrigen kreisfreien Großstädten um 2,9 Prozent anzogen.
  • Bei Ein- und Zweifamilienhäusern zeigten sich ebenfalls heterogene Entwicklungen: In den dünn besiedelten ländlichen Kreisen sanken die Preise um 0,8 Prozent, während sie in den Top-7-Metropolen um 1,4 Prozent und in den übrigen kreisfreien Großstädten um 1,2 Prozent stiegen.

Dr. Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien, stellt fest, dass die Preise für Wohnimmobilien bundesweit zunehmen, gleichzeitig jedoch die regionale Angebotssituation im Unterschied zum Zinsniveau an Bedeutung für die Preisbildung gewinnt. Er betont die Option und Verpflichtung der Kommunalpolitik, durch konsequentere Ausweisung von bedarfsgerechtem Bauland und den Verzicht auf zusätzliche kostentreibende Auflagen das Hauspreisniveau und damit die Mieten dämpfend zu beeinflussen. Ferner sieht er die öffentliche Hand in der Pflicht, in Regionen mit chronischer Wohnraumunterversorgung durch den sozialverträglichen Verkauf nicht mehr benötigter Flächen und Gebäude eine zeitnahe Angebotserweiterung zu initiieren.

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