Die laufenden Betriebskosten stellen für Mieter und Eigentümer in der Immobilienwirtschaft eine wachsende wirtschaftliche Herausforderung dar. Vor diesem Hintergrund hat die BAUAKADEMIE Unternehmensgruppe die Gründung des Think Tanks „Warmmiete als End-to-End-Prozess zur Kostenreduktion vom Vermieter zum Betreiber“ bekannt gegeben. Ziel dieser Initiative ist die Analyse von Möglichkeiten, Risiken und konkreten Umsetzungsmodellen für eine moderne Warmmiete in den Segmenten Büro- und Logistikimmobilien.
Der NEO Office Impact Report dokumentiert seit dem Jahr 2019 einen signifikanten Anstieg der umlagefähigen Betriebskosten. Die Prognosen gehen bis 2028 von einem weiteren Kostenanstieg von circa 17 Prozent aus. Diese Entwicklung führt bei Mietern vermehrt zu erheblichen Nachforderungen aus den jährlichen Nebenkostenabrechnungen und einer zunehmenden Planungsunsicherheit. Parallel dazu sehen sich Eigentümer mit einem erhöhten Liquiditätsrisiko konfrontiert, welches sich aus verspäteten Zahlungen und einer wachsenden Anzahl von Widersprüchen gegen Betriebskostenabrechnungen ergibt.
Strukturelle Herausforderungen und Lösungsansätze
Zusätzlich zu diesen finanziellen Aspekten existieren strukturelle Herausforderungen in der Immobilienbewirtschaftung. Dazu zählen eine zunehmende Unzufriedenheit mit Dienstleistungen im Property- und Facility-Management, eine Tendenz zum Insourcing bei Eigentümern sowie ein sich verschärfender Fachkräftemangel. Die Komplexität der Wertschöpfungsstrukturen und das klassische Nutzer-Investor-Dilemma behindern vielfach die Realisierung echter Effizienzgewinne. Der Think Tank „Warmmiete“ zielt darauf ab, diese Punkte anzugehen. Die Initiative strebt an, Mietern verlässliche Kostensicherheit zu verschaffen, indem Nachforderungen und unvorhersehbare Kostensteigerungen vermieden werden. Eigentümer sollen gleichzeitig von vereinfachten Prozessen, reduzierten Verwaltungskosten und neuen Anreizen zur aktiven Kostenoptimierung profitieren.
Andreas Kühne, Sprecher der Geschäftsführung der BAUAKADEMIE Unternehmensgruppe, äußerte sich dazu: „Die Warmmiete kann einen neuen Interessenausgleich zwischen Mietern, Eigentümern und Betreibern ermöglichen. Hierfür sind transparente Prozesse, belastbare Daten und professionell gesteuerte Facility-Management-Modelle Voraussetzung.“ Die zugrunde liegende Arbeitshypothese sieht vor, die Warmmiete im Außenverhältnis zunächst auf dem aktuellen Kostenniveau zu stabilisieren und parallel interne Kostenoptimierungen umzusetzen. Besonders im integrierten Facility Management werden erhebliche Einsparpotenziale gesehen. Durch aktives Energiemanagement, optimierte Wartungsstrategien und angepasste Servicelevels können Kostensenkungen von 20 bis 30 Prozent erzielt werden. Die Einsparungen bei Energiekosten können dabei einen steigenden Personalaufwand im infrastrukturellen und technischen Gebäudemanagement kompensieren.
Branchenweite Zusammenarbeit und wissenschaftliche Begleitung
Der Think Tank ist als offenes Branchenformat konzipiert und lädt Vertreter aus den Bereichen Asset Management, Property Management, Facility Management, Energiewirtschaft sowie weiteren Marktsegmenten zur aktiven Teilnahme ein. Ziel der Initiative ist es, eine sachliche und praxisorientierte Diskussion über die zukünftige Gestaltung von Betriebskosten anzustoßen, um diese planbarer, transparenter und effizienter zu gestalten, zum Nutzen aller Akteure entlang der immobilienwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif e.V.) begleitet die Arbeit des Think Tanks und bringt ihre wissenschaftliche sowie methodische Expertise ein. Dadurch sollen die erarbeiteten Ergebnisse auf einer fundierten fachlichen Basis entwickelt, mit etablierten Richtlinien und Standards verknüpft und relevante Erkenntnisse sowie Innovationen zeitnah in die Richtlinienarbeit integriert werden.
Zu den Gründungsmitgliedern des NEO Think Tank Warmmiete gehören neben der BAUAKADEMIE Unternehmensgruppe eine Reihe weiterer namhafter Unternehmen der Immobilienbranche.
- —alstria advisors
- —Apleona Real Estate
- —Commerz Real Investmentgesellschaft
- —Eurocres Consulting
- —GARBE Industrial
- —HIH Real Estate
- —MVGM Germany
- —ROM Facility Solutions
- —SICORE Real Assets
- —Savills
- —Tattersall Lorenz
- —WISAG




