Weltweit börsennotierte Immobilienaktien (REITs) verzeichneten im zweiten Quartal 2026 ein Wachstum von neun Prozent in lokaler Währung. Diese Entwicklung ist laut Hazelview Investments, einem auf Immobilien spezialisierten globalen alternativen Investmentmanager, auf ein verbessertes wirtschaftliches Umfeld zurückzuführen. Unternehmen zeigten demnach erhöhtes Vertrauen bei Investitionen, Mietvertragsabschlüssen und Finanzierungsentscheidungen, wie Claudia Reich Floyd, Portfoliomanagerin für globale Immobilienaktien und Leiterin des Europa-Büros von Hazelview Investments, darlegte.
Die stärksten Wertzuwächse waren in Großbritannien mit 17,6 Prozent (in GBP), Australien mit 15 Prozent (in AUD) sowie bei kanadischen und US-amerikanischen REITs mit jeweils 12,2 Prozent (in CAD bzw. USD) zu verzeichnen. Demgegenüber zeigten Kontinentaleuropa mit 3,8 Prozent (in EUR), Japan mit einem Rückgang von 4,9 Prozent (in JPY) und Hongkong mit einem Minus von 9,1 Prozent (in HKD) eine schwächere Performance. Deutsche REITs konnten sich mit einem Anstieg von 5,6 Prozent (in EUR) innerhalb Europas positiv abheben.
Überdurchschnittliche Performance einzelner Sektoren und Regionen
Bestimmte Immobiliensektoren lieferten im Berichtszeitraum überdurchschnittliche Renditen. Dazu gehörten "Cold Storage" (Kühlhäuser) mit 37,2 Prozent, Hotels mit 28,5 Prozent, Einfamilienmietshäuser mit 22,3 Prozent und regionale Einkaufszentren mit plus 17,3 Prozent, jeweils in lokaler Währung. Seit Jahresbeginn stiegen globale REITs trotz geopolitischer Unsicherheiten und steigender Inflation um 10,6 Prozent in lokaler Währung. Im Juni übertrafen börsennotierte Immobilien mit einer Rendite von plus 1,9 Prozent (in lokaler Währung) sogar globale Aktienindizes, die mit minus 0,7 Prozent (MSCI) beziehungsweise minus 0,8 Prozent (MSCI All Country World Index) abschlossen.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung von REITs in den Vereinigten Staaten, die laut Sam Sahn, Leiter des Hazelview-Büros in New York, den Übergang von einer Erholungs- in eine junge Expansionsphase vollzogen haben. Die Stärke des Sektors erstreckte sich über datenzentrierte Immobilien hinaus auf Hotels, Einzelhandel, Industrie und Büromärkte wie New York City. Sahn wies darauf hin, dass die Rendite von US-REITs in diesem Jahr mehr als sieben Prozent über der des S&P 500-Index liegt, was eine deutliche Umkehrung der Vorjahrestrends signalisiert. Er betonte, dass Immobilien in den richtigen Standorten und Nutzungsarten mit angepasster Nachfrage eine signifikante Preissetzungsmacht besäßen.
Diversifikation und deutsche Wohnimmobilienmärkte
Im globalen REIT-Portfolio, das Hazelview für institutionelle Kunden verwaltet, trugen Engagements in Australien und den USA, insbesondere in ausgewählten Büro- und Gesundheitsimmobilien, positiv zur Performance bei. Negative Auswirkungen resultierten hingegen aus Beteiligungen in Hongkong, Japan und an Mobilfunkmasten in den Vereinigten Staaten.
Im deutschen Markt diversifizierte Hazelview sein Engagement in Wohnimmobilien durch eine Beteiligung an TAG Immobilien, zusätzlich zur langjährigen Positionierung bei Vonovia. TAG Immobilien ist primär im Norden und Osten Deutschlands mit rund 84.000 Wohneinheiten sowie zunehmend in Polen mit etwa 3.700 Neubauwohnungen aktiv. Frau Reich Floyd hob die positiven fundamentalen Rahmenbedingungen des deutschen Wohnimmobiliensektors hervor, da eine robuste Nachfrage und ein begrenztes Angebot attraktives Mietwachstum begünstigten. TAG Immobilien habe jüngst solide operative Ergebnisse, eine reduzierte Verschuldung, geringere Leerstandsquoten und eine verbesserte Finanzprognose einschließlich einer Dividendenerhöhung gemeldet.




