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ULI Europe stellt Open-Source-Tool zur Bewertung von Klimarisiken vor

Das ULI Europe hat "Preserve" eingeführt, ein Open-Source-Tool, das Investoren und Asset-Managern bei der finanziellen Bewertung zukünftiger Markt- und Regulierungsänderungen im Kontext der Dekarbonisierung unterstützen soll.

ULI Europe stellt Open-Source-Tool zur Bewertung von Klimarisiken vor

Während ein Großteil der Immobilienunternehmen Mechanismen zur Quantifizierung der Kosten der Dekarbonisierung etabliert hat, bestehen Defizite bei der Bewertung des finanziellen Risikos und der Kosten des Nichthandelns. Die zunehmende Verschärfung energie- und kohlenstoffbezogener Regulierungen sowie sich wandelnde Erwartungen von Nutzern und Investoren führen zu einer signifikanten finanziellen Relevanz dieser Entwicklungen. Traditionelle Investmentmodelle stoßen jedoch an ihre Grenzen, wenn es darum geht, zukünftige Marktveränderungen konsistent abzubilden, für die weder historische Vergleichswerte noch etablierte Bewertungsmethoden verfügbar sind.

Die Kosten der Dekarbonisierung sind oftmals in Investitionsbewertungen sichtbar, die potenziellen Kosten des Nichthandelns sind hingegen schwieriger zu beziffern. Zur Adressierung dieser Herausforderung präsentierte das C Change-Programm des ULI Europe die Einführung von „Preserve“. Dieses neue, Open-Source-basierte Tool soll Investment- und Asset-Manager befähigen, die Auswirkungen zukünftiger Markt- und Regulierungsänderungen im Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft auf die Performance und den Wert von Immobilien zu beurteilen.

Funktionsweise und Entwicklung von Preserve

„Preserve“ ist für die Integration in bestehende Discounted-Cashflow-(DCF)-Modelle konzipiert und bietet eine praxisorientierte Methodik, um die finanziellen Implikationen unterschiedlicher Dekarbonisierungspfade und Marktszenarien vergleichbar zu machen. Die Methodik wurde anhand realer Immobilien und Portfolios führender Investmentunternehmen der Immobilienbranche getestet. Die Entwicklung des Tools erfolgte durch das ULI Europe und Synergetic, einem auf Nachhaltigkeitsanalysen spezialisierten Unternehmen, in Zusammenarbeit mit den technischen Partnern Mott MacDonald und CBRE.

Über 200 Experten aus der Immobilienbranche trugen im Rahmen von Workshops, Interviews und Arbeitsgruppen zur Entwicklung bei, um eine praxisnahe und belastbare Methodik sicherzustellen, die auf die Entscheidungsprozesse im Investmentbereich abgestimmt ist. Die Entwicklung wurde durch die Unterstützung eines breiten Branchennetzwerks ermöglicht. Als C Change-Partner und Pionierorganisationen von „Preserve“ sind Arup, Catella, Hines, IPUT, JP Morgan Asset Management, La Caisse, PIMCO und Redevco zu nennen. Unterstützer des C Change-Programms sind Bouwinvest, COIMA, Oxford Properties, Sonae Sierra und Urban Partners. Weitere Pilotorganisationen umfassen Invesco, Land Development Agency, Nuveen, PATRIZIA, PGIM und Swiss Life.

Bedeutung für die Immobilienwirtschaft

Sabine Georgi, Geschäftsführerin des ULI in Deutschland, Österreich, Schweiz, hebt hervor, dass das Tool DCF-Verfahren mit der standardmäßigen Bewertung von Klimarisiken zusammenführt, wodurch diese quantifizierbar werden und eine präzisere Entscheidungsgrundlage für Investmententscheidungen entsteht. Simon Durkin, CEO ULI Europe, erläutert die Notwendigkeit für Investoren, angesichts geopolitischer Volatilität und der Energiekrise, vielfältige Zukunftsszenarien zu berücksichtigen. Er unterstreicht, dass Entscheider proaktiv agieren und die finanziellen Konsequenzen des Nichthandelns bewerten müssen, um Wertverluste zu vermeiden und die Widerstandsfähigkeit von Immobilien zu sichern.

Investoren benötigen einen grundlegenden Perspektivwechsel hinsichtlich der Auswirkungen der Klimatransformation, um eine Unterschätzung ihres Risikoprofils und Überraschungen durch sich entwickelnde Märkte und Regierungen zu vermeiden. „Preserve“ bietet hierfür eine Lösung. Der langfristige Erfolg und die Wirksamkeit dieses Instruments hängen von der Adaption und Nutzung durch die Branche ab. „Preserve“ soll die flächendeckende Einführung der C Change Transition Risk Assessment Guidelines auf dem europäischen Immobilienmarkt unterstützen und ist als künftiger Branchenstandard konzipiert. Das ULI plant, den Anwendungsbereich des Tools über Europa hinaus auf Nordamerika auszuweiten.

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