Für das Viktoriaspeicher-Areal am Kreuzberger Spreeufer wurde der städtebauliche Entwurf der Planungsteams Behles & Jochimsen Gesellschaft von Architekten mbH und Weidinger Landschaftsarchitekten als Siegerentwurf ausgewählt. Der Beschluss erfolgte am 30. Juni durch eine Jury unter dem Vorsitz der Architektin und Städtebauerin Anne Luise Müller. Insgesamt fünf Arbeiten wurden für die Entscheidungsfindung begutachtet. Das Areal, gelegen zwischen Spreeufer, Schillingbrücke und Köpenicker Straße, wird derzeit von der landeseigenen BEHALA als Lagerfläche verwendet und soll zu einem neuen Stadtquartier transformiert werden.
Der prämierte Entwurf sieht die Realisierung von gut 1.000 Wohnungen vor, von denen 50 Prozent dauerhaft preisgebunden sein sollen. Ein wesentliches Element der Planung ist ein weitläufiger Klimapark entlang der Spree, der als öffentlich zugänglicher Grün- und Erholungsraum den Zugang zum Wasser für die Öffentlichkeit ermöglichen wird. Die Jury würdigte insbesondere die klare städtebauliche Gliederung des Entwurfs, das ausgewogene Verhältnis der vorgesehenen Nutzungen und Baukörper sowie das umfassende Freiraumkonzept.
Städtische Partnerschaft und Planungsfortschritt
Die Entwicklung dieses Stadtquartiers wird von der landeseigenen BEHALA gemeinsam mit der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH vorangetrieben. Beide Unternehmen haben das vorangegangene Werkstattverfahren in Kooperation mit dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vorbereitet und koordiniert. Mit der Entscheidung für den Siegerentwurf beginnt nun die detaillierte Planungsphase. Im Anschluss daran folgen das Bebauungsplanverfahren sowie die Sanierung und Erschließung des Geländes. Der Baubeginn ist für das Jahr 2030 vorgesehen.
Neben den Wohnflächen sind ebenfalls Bereiche für Nahversorgung, Kultur, soziale Einrichtungen, Handwerk und Produktion eingeplant, um eine ausgewogene Quartiersmischung zu gewährleisten. Christian Gaebler, Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, äußerte, dass die Entwicklung des Viktoriaspeicher-Areals mit diesem Entwurf einen wichtigen Fortschritt gemacht habe. Er hob hervor, dass an diesem innerstädtischen Standort Wohnungen für etwa 2.000 Menschen entstehen und das Quartier durch Gewerbeflächen sowie andere Nutzungen ergänzt werde.
Überwindung planungsrechtlicher Hürden
Die Entwicklung des Areals war bis Ende 2025 planungsrechtlich eingeschränkt, da sich in der Nachbarschaft ein Störfallbetrieb befand. Diese Einschränkungen konnten jedoch beseitigt werden, nachdem die BEHALA eine Einigung mit dem betroffenen Unternehmen erzielen konnte und der störfallrelevante Produktionsprozess eingestellt wurde. Damit waren die Voraussetzungen für die städtebauliche Entwicklung geschaffen. Petra Cardinal, Geschäftsführerin der BEHALA, betonte, dass die BEHALA sich bewusst für die Entwicklung des Areals mit einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft entschieden habe, um den Interessen Berlins Rechnung zu tragen, trotz langjährigen Interesses privater Investoren. Steffen Helbig, Geschäftsführer der WBM, ergänzte, dass der ausgewählte Entwurf das Potenzial des Viktoriaspeicher-Areals aufzeige, neuen Wohnraum mit gewerblichen Nutzungen zu verbinden und das Spreeufer für die Berliner Bevölkerung zugänglich zu machen.
- —Rund 1.000 Wohnungen, davon 50% dauerhaft preisgebunden.
- —Entwicklung durch landeseigene BEHALA und WBM.
- —Realisierung eines Klimaparks am Spreeufer.
- —Baubeginn ab 2030 vorgesehen.




