Mit der Grundsteinlegung für den ersten Entwicklungsabschnitt der Orleanshöfe hat die GVG Immobilien Service GmbH den offiziellen Start der baulichen Umsetzung eines bedeutsamen urbanen Projekts markiert. Das Vorhaben erstreckt sich auf einem 3,75 Hektar großen Areal zwischen der Orleansstraße und den Gleisanlagen des Ostbahnhofs. Die Entwicklungsarbeiten an diesem Standort dauern seit 2003 an. Die besondere Lage und der spezifische Zuschnitt des Geländes sowie die Überschneidungen mit den Bauarbeiten zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke erforderten eine schrittweise Planung und Umsetzung.
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bebauungsplanverfahrens wird nun der erste Entwicklungsabschnitt realisiert. Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin, äußerte sich dazu, dass aus einer ehemals trennenden Bahnachse im Herzen Haidhausens ein lebendiges Stadtquartier zum Wohnen, Arbeiten und Leben entsteht. Sie betonte, die Orleanshöfe würden nachhaltige Architektur mit gesellschaftlicher Verantwortung verbinden und ein urbanes, gemischt genutztes Umfeld mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen. Der Neubau sei somit ein Stück München, das Zukunftsfähigkeit und Gemeinschaft vereine.
Quartiersentwicklung und Nutzungskonzept
Bis Ende 2028 ist die Fertigstellung eines Gebäudes mit Einzelhandel- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss sowie Büroflächen in den oberen Etagen vorgesehen. Im Rahmen des ersten Entwicklungsabschnitts folgen zudem mehr als 250 Wohneinheiten, von denen ein Drittel als sozial geförderter Wohnraum realisiert wird. Eine Kindertagesstätte ergänzt das Wohnangebot. Thomas Schmid, Geschäftsführer der GVG Immobilien Service GmbH, stellte heraus, dass es ein Anliegen sei, den Münchner Bürgern ein Quartier mit attraktiven Arbeitsplätzen und bezahlbarem Mietwohnraum zu bieten. Er betonte den Anspruch, nicht nur Gebäude zu errichten, sondern ein Quartier mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität zu schaffen, einschließlich attraktiver Innenhöfe und kurzer, sicherer Wege zwischen Wohnen, Arbeiten und Versorgung.
Freiraumgestaltung und Integration
Die Freiraumplanung ist ein zentraler Aspekt des Konzepts, welcher begrünte Dächer, Innenhöfe und Quartiersnischen umfasst. Solarpergolen auf den Dächern sollen Schattenbereiche mit der Erzeugung erneuerbarer Energie kombinieren. Entlang der Gleise wird eine "Zone ökologischer Vernetzung" geschaffen, die über einen öffentlich zugänglichen Steg erlebbar gemacht wird. Die Besonderheit des Projekts liegt zusätzlich in einem unterirdischen Erschließungs- und Versorgungssystem, das Stellplätze, Anlieferung und Entsorgung weitgehend unter die Geländeoberfläche verlagert. Der verkehrliche Zugang zum Quartier erfolgt über einen unterirdischen Drive-Way. Des Weiteren wird ein drei Meter tiefer Streifen zur Orleansstraße abgegeben, um einen breiten Rad- und Fußweg zu ermöglichen. Ein neuer Vollknoten mit Ampelanlage an der Ecke Orleansstraße zur Elsässer Straße gewährleistet eine sichere Querung.
Der Nutzungsmix der Orleanshöfe ist darauf ausgelegt, die gewachsenen Strukturen und Qualitäten Haidhausens aufzugreifen und sich in die angrenzende Nachbarschaft einzufügen. Die Nähe zum Ostbahnhof stellt eine direkte Anbindung an den öffentlichen Nah-, Regional- und Fernverkehr sicher. Jörg Spengler, Vorsitzender des Bezirksausschusses Au-Haidhausen, hob die Bedeutung der Orleanshöfe für den Stadtbezirk hervor, da dringend benötigter Wohnraum und neue Arbeitsplätze entstehen sowie eine bislang unzugängliche Fläche zu einem lebendigen Teil des Stadtbezirks wird. Er betonte die Wichtigkeit der Verknüpfung des neuen Quartiers mit dem bestehenden Viertel und der Öffnung zur Orleansstraße und zum Franzosenviertel, mit öffentlich zugänglichen Bereichen und einem Nutzungsmix, der das Gebiet belebt.
Ein Erinnerungsort für die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" wird ebenfalls in das neue Quartier integriert. Ein Teilstück eines historischen Zauns soll auf einem Quartiersplatz untergebracht werden. Die Gestaltung des Erinnerungsortes erfolgt in Abstimmung mit der Stadt München und unter Einbeziehung der Weiße Rose-Stiftung, um auch die Geschichte des Grundstücks im neuen Quartier sichtbar zu machen.




