Die sich wandelnden Anforderungen an städtische Räume, getrieben unter anderem durch Wohnraummangel, Klimawandel, neue Mobilitätskonzepte und hybride Arbeitsmodelle, erfordern eine Neuausrichtung der Stadtplanung und Projektentwicklung. JTRE Germany setzt dabei auf Mixed-Use Developments, die verschiedene Nutzungsarten wie Wohnen, Arbeiten, Versorgung und öffentliche Räume miteinander verknüpfen. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Grundlage für zukunftsfähige und lebenswerte Quartiere zu legen.
Internationale Studien belegen die Relevanz dieser Entwicklungen: Gemischt genutzte Quartiere werden als effektives Instrument zur Steigerung der Klimaresilienz, wirtschaftlichen Stabilität und Lebensqualität von Städten betrachtet. Die Bedeutung kurzer Wege innerhalb dieser Gebiete ist dabei ein zentrales Element nachhaltiger Stadtentwicklung.
Kurze Wege und Mobilitätsverhalten
Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern, dass Nutzungsmischung über rein architektonische Aspekte hinausgeht. Eine Studie aus dem Jahr 2024 im „Journal of Urban Mobility“ untersuchte die räumlichen Strukturen Barcelonas und deren Einfluss auf das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung. Die Analyse zeigte auf, dass eine hohe Konzentration alltäglicher Ziele wie Arbeitsplatz, Einkaufsmöglichkeiten oder Dienstleistungen zu einer deutlichen Reduzierung der Autonutzung und einer Zunahme des Fuß- und Radverkehrs führt. Dabei erwies sich die intelligente räumliche Verknüpfung unterschiedlicher Nutzungen innerhalb eines Quartiers als entscheidender Faktor, nicht primär die städtische Dichte.
Ähnliche Erkenntnisse liefert eine internationale Studie im Fachjournal „Nature Human Behaviour“, die Bewegungsdaten von rund 40 Millionen Mobiltelefonen aus verschiedenen Städten weltweit auswertete. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Erreichbarkeit alltäglicher Angebote etwa 84 Prozent der Unterschiede im Mobilitätsverhalten zwischen Städten erklärt. Städte, die Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und Dienstleistungen räumlich kompakt gestalten, ermöglichen vermehrt Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Nachhaltige Mobilität entsteht somit nicht nur durch neue Verkehrssysteme, sondern wesentlich durch eine Stadtstruktur, die kurze Wege begünstigt. Sebastian Mirrek, Senior Projektmanager bei JTRE Germany, stellte fest, diese Erkenntnisse bestätigten die Überzeugung, dass nachhaltige Stadtentwicklung stets ganzheitlich gedacht werden müsse. Er ergänzte, nicht einzelne Gebäude, sondern Quartiere, in denen Menschen ihren Alltag auf kurzen Wegen gestalten können, trügen zur Steigerung der Lebensqualität bei. Eine intelligente Verbindung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit komme nicht nur der Umwelt und Mobilität zugute, sondern auch der Lebensqualität.
Neben der Mobilitätswende beeinflusst auch der Wandel der Arbeitswelt die Anforderungen an urbane Räume. Hybride Arbeitsmodelle führen zu einer Neubewertung klassischer Bürostandorte. Zunehmend gefragt sind Quartiere, die über den gesamten Tagesverlauf funktionieren und diverse Nutzungen integrieren. Der „Global Business District Report 2025“ von EY und dem Urban Land Institute (ULI) belegt, dass erfolgreiche internationale Business Districts sich von monofunktionalen Bürostandorten zu lebendigen Stadtquartieren entwickeln. Hierbei werden Wohnen, Arbeiten, Gastronomie, Kultur und öffentliche Räume nicht isoliert geplant, sondern bilden gemeinsam urbane Ökosysteme, die wirtschaftliche Stabilität und soziale Lebendigkeit fördern. Eine gemeinsame Studie des Urban Land Institute und der IREBS Immobilienakademie zur Zukunft europäischer Städte konstatiert, dass resiliente Städte Quartiere benötigen, die flexibel auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren können. Nutzungsmischung, nachhaltige Mobilität, hochwertige öffentliche Räume und soziale Infrastruktur seien dabei keine optionalen Qualitätsmerkmale, sondern Grundvoraussetzungen für langfristig erfolgreiche Stadtentwicklung. Mirrek betonte, die Diskussion über nachhaltiges Bauen konzentriere sich oft auf Energieeffizienz und Gebäudetechnik, jedoch sei die Frage, wie Menschen ihren Alltag organisieren, mindestens ebenso wichtig. Ein Quartier, das Wohnen, Arbeiten, Versorgung und Freizeit verbindet, reduziere Verkehrsaufkommen, stärke lokale Angebote und schaffe dauerhaft funktionierende urbane Räume.
Nordhafen Living & Office: Ein Praxisbeispiel
JTRE Germany überträgt diese Erkenntnisse mit dem Projekt Nordhafen Living & Office auf ein neues Stadtquartier in der Berliner Europacity. Das Projekt umfasst circa 150 Mietwohnungen, 7.500 Quadratmeter flexible Büroflächen sowie ergänzende Einzelhandels- und Gastronomieangebote in einem integrierten Nutzungskonzept. Die Lage am Wasser, die Nähe zum Berliner Hauptbahnhof und kurze Wege zwischen den verschiedenen Funktionen schaffen dabei ein urbanes Umfeld. Hohe Nachhaltigkeitsstandards, moderne Mobilitätsangebote und öffentliche Aufenthaltsbereiche ergänzen das Konzept und stärken den Quartiersgedanken.
Nordhafen ist für JTRE Germany ein exemplarisches Projekt, das die Anwendung internationaler Erfahrungen aus Entwicklungen wie Eurovea City in Bratislava oder Triptych Bankside in London auf den Berliner Markt demonstriert. Das Unternehmen verfügt über eine 30-jährige Erfahrung in der Entwicklung gemischt genutzter Quartiere in Europa. Es beschäftigt ein internationales Team von über 300 Expertinnen und Experten und hat mehr als 50 Projekte in neun Ländern realisiert. Die aktuelle Projektpipeline weist ein Gesamtvolumen von rund 11,9 Milliarden Euro GDV auf. Dies festigt die Perspektive von JTRE Germany, dass die Zukunft nachhaltiger Stadtentwicklung in der Qualität ganzer Quartiere liegt, nicht im einzelnen Gebäude.




