Mews Financial Services B.V., ein Unternehmen, das unter der Gründung und Aufsicht von Mews Systems operiert, hat von der De Nederlandsche Bank (DNB) eine offizielle Lizenz als E-Geld-Institut (Electronic Money Institution, EMI) erhalten. Diese Genehmigung stellt einen entscheidenden Fortschritt für Mews dar, um das bestehende Managementsystem zu einer integrierten Plattform für Finanzdienstleistungen innerhalb der Hotellerie auszubauen. Das Ziel ist die Zusammenführung von Betriebs- und Finanzprozessen an einem zentralen Ort.
Mit dieser EMI-Lizenz agiert Mews nun als reguliertes Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Dies ermöglicht dem Unternehmen, Zahlungsdienste, Finanzprozesse und operative Daten in einem einzigen System zu konsolidieren. Bisher wurden operative Informationen primär über Mews verwaltet, während Finanzdaten oft aus Drittsystemen bezogen werden mussten. Die neue Lizenz bildet die Grundlage, diese beiden Datenströme dort zu vereinen, wo die Umsätze generiert werden. Außerdem wird Mews in die Lage versetzt, auf Basis der existierenden Infrastruktur neue Finanzfunktionen zu entwickeln, die spezifisch auf die Anforderungen des Gastgewerbes zugeschnitten sind.
Notwendigkeit einer integrierten Finanzinfrastruktur
Richard Valtr, Gründer von Mews, wies darauf hin, dass die Finanzverwaltung in Hotels, trotz der Vielzahl an eingesetzter Software, bisher selten als kohärentes, vernetztes System funktioniert hat. Die bisherige Praxis, verschiedene Dienstleister und Banken mit manuellen Abgleichen zu verbinden, soll durch eine umfassende Integration überwunden werden. Ein Managementsystem für Hotels muss demnach die Finanzverwaltung inkludieren, da Produktivität und Wachstum maßgeblich von einem effektiven Finanz- und Risikomanagement abhängen. Diese Lizenz ermöglicht es, eine Finanzinfrastruktur zu schaffen, die den wirtschaftlichen Betrieb an die Hotelprozesse anpasst.
Im Jahr 2025 verzeichnete Mews ein Transaktionsvolumen von 19,7 Milliarden US-Dollar für Hotels. Das steigende Volumen erhöht die Komplexität bei der Verknüpfung von Einnahmen mit den entsprechenden Beständen, Bewegungen und Buchungen. Die historisch fragmentierte Finanzinfrastruktur stößt hierbei an ihre Grenzen. Eine regulierte, systemintegrierte und auf das Gastgewerbe zugeschnittene Finanzinfrastruktur soll dieser Entwicklung Rechnung tragen, indem sie Zahlungs- und Finanzprozesse mit den bereits in den Managementsystemen der Hotels verwalteten operativen Daten verbindet.
Als reguliertes Unternehmen unterliegt Mews Financial Services nun den strengen Anforderungen an Governance, Kundenschutz und Compliance, die für die Erbringung von Zahlungsdienstleistungen im EWR gelten. Dazu zählt insbesondere die vollständige Trennung von Kundengeldern und den operativen Betriebsmitteln des Unternehmens. Die Lizenz schafft zudem die Basis für die Integration von Funktionen zur Risiko- und Betrugsüberwachung, Sanktionsprüfungen und Geldwäscheprävention direkt in das Managementsystem.
Implementierung und Zukunftsperspektiven
Mews Financial Services plant, die regulierten Funktionen ab Ende 2026 schrittweise einzuführen. Eine Pilotgruppe von Unterkünften in den Niederlanden wird den Anfang machen. Anschließend ist eine sukzessive Ausweitung des Angebots auf den gesamten EWR vorgesehen. Langfristig strebt Mews an, als Finanzpartner für führende Unternehmen im Gastgewerbe zu fungieren. Hierbei sollen die bereits über die Plattform verfügbaren Betriebsdaten genutzt werden, um neue Finanzprodukte zu entwickeln, die Hotels bei der Umsatzsteigerung, der Vereinfachung finanzieller Prozesse und der Steigerung des Geschäftserfolgs unterstützen.




