Marktanalyse··3 min

Kölner Büromarkt: Flächenumsatz im zweiten Quartal 2026 rückläufig

Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete der Kölner Bürovermietungsmarkt einen Flächenumsatz von 28.300 m², was einem Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Kölner Büromarkt: Flächenumsatz im zweiten Quartal 2026 rückläufig

Der Kölner Bürovermietungsmarkt zeigte im zweiten Quartal 2026 eine deutliche Abnahme der Dynamik. Cushman & Wakefield erfasste einen Flächenumsatz von rund 28.300 m², was 36 Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals lag. Das erste Halbjahr 2026 schloss mit einem kumulierten Flächenumsatz von 72.600 m² ab. Dieser Wert markiert einen Rückgang um 35 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres, in dem 111.700 m² registriert wurden. Auch im langfristigen Kontext liegt das Halbjahresergebnis signifikant unter den Durchschnittswerten: Der 5-Jahres-Durchschnitt wurde um 41 Prozent unterschritten, der 10-Jahres-Durchschnitt um 46 Prozent.

Die primäre Ursache für die verhaltene Entwicklung im zweiten Quartal war das Fehlen mittel- und großvolumiger Abschlüsse. Während der Markt im Jahr zuvor noch von mehreren größeren Anmietungen gestützt wurde, war das zweite Quartal 2026 durch kleinteilige Transaktionen charakterisiert. Es wurden keine Abschlüsse über 5.000 m² verzeichnet, und Anmietungen über 1.000 m² blieben die Ausnahme. Mina Dadgostar, Head of Office Agency Köln bei Cushman & Wakefield, wies darauf hin, dass die Nutzer Flächenentscheidungen derzeit sehr genau prüfen, insbesondere bei größeren Gesuchen. Dies impliziert, dass Entscheidungsprozesse verlängert und stärker von wirtschaftlichen Unsicherheiten sowie internen Flächenstrategien beeinflusst werden.

Die einzigen signifikanten Abschlüsse des laufenden Jahres stammen aus dem ersten Quartal. Dazu zählt die Anmietung der Deutschen Bank im Dominium an der Tunisstraße über etwa 7.000 m², welche der einzige Abschluss oberhalb von 5.000 m² im Jahr 2026 bleibt. Zusätzlich wurden im ersten Halbjahr mehrere Vermietungen im Segment zwischen 1.000 m² und 5.000 m² erfasst, darunter eine Transaktion für Katholino in der Josef-Lammerting-Allee über circa 2.100 m², die durch Cushman & Wakefield vermittelt wurde.

Mietpreise und Leerstand

Die Spitzenmiete im Kölner Büromarkt behauptete sich im zweiten Quartal stabil bei 33,00 Euro/m². Dies entsprach einem leichten Rückgang von 2,9 Prozent oder 1,00 Euro/m² im Jahresvergleich. Dieser Trend ist weniger auf generellen Preisdruck, sondern vielmehr auf die gedämpfte Abschlussdynamik in hochpreisigen Lagen zurückzuführen. Die Durchschnittsmiete verzeichnete zum Ende des zweiten Quartals einen stabilen Wert von 20,60 Euro/m², was einem marginalen Anstieg von 1,0 Prozent oder 0,20 Euro/m² im Jahresvergleich gleichkommt. Die Mietentwicklung zeigt, dass die verhaltene Abschlussdynamik bislang keinen flächendeckenden Rückgang der Mieten bewirkte. Allerdings fehlen im aktuellen Marktumfeld großvolumige hochpreisige Abschlüsse, die Spitzen- und Durchschnittsmiete zusätzlich erhöhen könnten. Nutzungsentscheidungen konzentrieren sich aktuell nicht primär auf repräsentative Top-Flächen, sondern auf gut angebundene, effiziente und flexibel nutzbare Büroflächen.

Die Leerstandsquote des Kölner Büromarktes setzte ihren Anstieg im zweiten Quartal 2026 fort und erreichte zum Quartalsende 5,7 Prozent. Dies stellt einen Zuwachs von 10 Basispunkten gegenüber dem Vorquartal dar. Das absolute Leerstandsvolumen belief sich auf rund 489.850 m², was einer Zunahme von 0,4 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Trotz dieser Entwicklung bleibt der Leerstand in Köln im Vergleich zu anderen Top-5-Märkten moderat, weist jedoch eine klare Aufwärtstendenz auf. Ursächlich hierfür sind veränderte Flächenanforderungen der Nutzer, hervorgerufen durch hybride Arbeitsmodelle, den Fokus auf Flächeneffizienz und eine kritischere Bewertung bestehender Büroflächen. Für das zweite Halbjahr wird keine sprunghafte Erholung prognostiziert, doch eine selektive Belebung wird als möglich erachtet, abhängig von der Realisierung vorhandener größerer Gesuche. Der Markt verfügt über eine solide Nutzerbasis; das kurzfristige Umfeld ist jedoch von Zurückhaltung, längeren Entscheidungsprozessen und einer Fokussierung auf effiziente Flächen geprägt.

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