Während die Zimmerpreise in den exklusivsten Hotels weltweit die Marke von $2.000 pro Nacht überschreiten, hat Karim Alibhai, CEO von Gencom, gezielt hochwertige Luxushotels akquiriert. Sein Unternehmen Gencom verwaltet ein Portfolio im Wert von $8 Milliarden, das Immobilien von Chicago über Bermuda bis Costa Rica umfasst. In diesem Jahr erwarb Gencom das Ritz-Carlton New York, Central Park für $320 Millionen. Seit 2024 kamen zudem das Thompson Central Park und das InterContinental New York Times Square sowie das Ritz-Carlton Key Biscayne in Südflorida hinzu.
Dies ist bemerkenswert für jemanden, dessen erste Tätigkeit in der Hotelbranche die Leitung eines Best Western war. Der aus Kenia stammende Alibhai, der an der Rice University in Houston studierte und heute in Coral Gables, Florida, lebt, sprach über die $1 Milliarde an Akquisitionen in New York City in den letzten zwei Jahren, über steigende Zimmerpreise, die K-förmige Wirtschaftsentwicklung und die Evolution seiner Karriere.
Marktgetriebene Strategie und Resilienz der Luxusklasse
Auf die Frage nach den Treibern für seine Akquisitionen erklärte Alibhai, dass dies eine Kombination aus mehreren Faktoren sei. In New York City identifizierte sein Unternehmen einen Markt mit dem niedrigsten Angebot seit 25 Jahren, während die Nachfrage zu steigen begann. Dies war ein Hauptgrund für die Akquisitionen von Hotels im Wert von fast $1 Milliarde in New York City. Ein weiterer entscheidender Faktor ist das Segment der Freizeitresorts, das sich seit der Pandemie am besten erholt und andere Luxussegmente bei weitem übertroffen hat.
Der Luxushotelmarkt zeigt eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber Preissteigerungen. Karim Alibhai führt dies darauf zurück, dass die gute Verfassung der Gesamtwirtschaft es dem Luxussegment – sowohl bei Geschäfts- als auch bei Individualreisenden – erlaubt, weiterhin einen entsprechenden Preis für das richtige Produkt und das gewünschte Erlebnis zu zahlen. Die Zimmerpreise im neu erworbenen Ritz-Carlton in New York und in Costa Rica liegen zwischen $1.500 und fast $2.500 pro Nacht. Auch in anderen Märkten, in denen die Durchschnittsraten bei $750 bis $850 liegen, bedeuten diese Preise eine erhebliche Steigerung gegenüber den $400, die vor der Pandemie für die gleichen Immobilien verlangt wurden. Alibhai erwartet, dass das prozentuale Wachstum der Raten auf normale Inflationswerte zurückgehen wird, nachdem es von 2022 bis heute über der Inflation lag.
Differenzierung im Luxussegment und Alibhais Werdegang
Alibhai bestätigt die Annahme, dass seine Strategie auf die K-förmige Wirtschaft abzielt, bei der Menschen am oberen Ende der Einkommens- und Vermögensverteilung besonders gut abschneiden. Das Luxussegment hat sich zu diesem Zweck weiterentwickelt und teilt sich nun in 'Luxus' und 'Ultra-Luxus' auf. Ultra-Luxus-Hotels zeichnen sich durch größere Suiten, eine geringere Anzahl von Zimmern (40 bis 100keys), private Tauchbecken in den Zimmern und oft einen Butlerservice aus, der in reinen Luxushotels nicht üblich ist. Die Produkte, Dienstleistungen und Annehmlichkeiten differenzieren diese beiden Klassen.
Der Karriereweg von Karim Alibhai begann mit der Leitung eines 'negativen Zwei-Sterne-Motels' seiner Familie. Diese Erfahrung bezeichnet er als sein 'MBA', da er dort lernte, Verantwortung zu übernehmen und hart zu arbeiten. Er erwarb sukzessive einzelne Motels und arbeitete sich in der Hotelbranche nach oben, von Best Westerns über Comfort Inns, Holiday Inns und Days Inns bis hin zu Hiltons, Sheratons und Marriotts. Mitte der 1990er Jahre führte er ein Unternehmen an die Börse. Nach seinem Umzug nach Miami entdeckte er das Luxussegment für sich. Die wichtigste Lektion aus seiner Anfangszeit sei gewesen, stets bereit zu sein, sich mit vollem Einsatz einzubringen, da es keine einfache Formel für Erfolg gebe.




