Der deutsche Wohnimmobilienmarkt verzeichnete im zweiten Quartal 2026 ein Transaktionsvolumen von 2,22 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal (1,71 Milliarden Euro). Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Volumen 4,10 Milliarden Euro, was ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 (3,86 Milliarden Euro) darstellt. Jan-Bastian Knod, Head of Residential Investment Germany bei Cushman & Wakefield, stellte fest, dass die Marktaktivität vor allem durch eine wachsende Zahl von Portfoliodeals gekennzeichnet ist, an denen internationale Investoren verstärkt beteiligt sind, um den Markteintritt in Deutschland zu forcieren.
Während im ersten Quartal 2026 Einzeltransaktionen dominierten, stieg das Portfolio-Transaktionsvolumen im zweiten Quartal auf 1,03 Milliarden Euro, ein Zuwachs von nahezu 130 Prozent gegenüber dem ersten Quartal (450 Millionen Euro). Nationales Kapital konzentriert sich primär auf Einzeltransaktionen oder lokale Portfolios. Ein Beispiel hierfür ist der Erwerb eines Wohnprojektportfolios von Delom in Frankfurt durch Next Generation Invest. Dieses Portfolio umfasst sechs Mehrfamilienhäuser mit 290 Wohneinheiten und einem geschätzten Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Euro; die Fertigstellung ist zwischen 2027 und 2029 avisiert. Dieser Trend zur Beteiligung an Projektentwicklungen signalisiert eine zunehmende Attraktivität von Forward Deals für institutionelle Investoren, um frühzeitig Zugang zu qualitativ hochwertigem Neubauprodukt zu sichern.
Internationales Kapital investiert verstärkt in überregionale Portfolios. Net Zero Properties erwarb von Ares und Forte ein Portfolio mit über 1.000 Wohneinheiten und rund 57.800 Quadratmetern vermietbarer Fläche in Norddeutschland. Forte war gemeinsam mit Tikehau auch an einem weiteren Erwerb beteiligt, bei dem ein Ensemble von fünf Immobilien mit etwa 300 Wohnungen von der MEAG erworben wurde, darunter Objekte in Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Bonn. Der Zuwachs des Transaktionsvolumens im zweiten Quartal 2026 ist maßgeblich auf den Anstieg internationalen Kapitals zurückzuführen, dessen Anteil am Gesamtvolumen 893 Millionen Euro (40 Prozent) erreichte, ein Plus von 428 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal. Nationale Kapitalquellen trugen 1,33 Milliarden Euro zum Gesamtvolumen bei, was 60 Prozent entspricht.
Fokus auf Spezialsegmente und Ausblick für das zweite Halbjahr
Internationale Investoren richten ihren Fokus zunehmend auf die Segmente Student- und Micro-Living. Jan-Bastian Knod merkte an, dass neue Investmentvehikel mit spezifischen Strategien den deutschen Markt in den Top-7-Städten und an größeren Hochschulstandorten sondieren. Das Transaktionsvolumen in diesen Bereichen summierte sich im ersten Halbjahr 2026 jedoch auf lediglich 71 Millionen Euro. Ein aktuelles Beispiel ist der Erwerb eines studentischen Wohnprojekts mit rund 300 Apartments in Berlin-Spandau durch Home & Co. Die Projektentwicklung von Felix Dierken Beteiligung und Bungs Patzschke Projektentwicklungs GmbH ist bereits im Bau, die Fertigstellung ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen.
Für das zweite Halbjahr wird basierend auf diesen Entwicklungen ein höheres Transaktionsvolumen erwartet. Angesichts der begrenzten Produktverfügbarkeit entwickeln Investoren neue Strategien und kreative Lösungen. Der frühe Einstieg in hochwertige, zentral gelegene Projektentwicklungen wird wieder zu einem probaten Mittel, um eine weitere Dynamisierung des Marktes zu bewirken. Die angebotene IC Campus Plattform, eine OpCo/PropCo-Transaktion, ist aufgrund ihrer Größe für internationale Investoren weiterhin von Interesse, da sie den Markteintritt in Deutschland erleichtern kann. Jan-Bastian Knod konstatierte abschließend, dass der Markt sukzessive an Fahrt gewinnt. Die zunehmende Aktivität nationaler und internationaler Kapitalquellen, insbesondere bei großvolumigen Portfolien, Student- und Micro-Living-Projekten sowie Plattformdeals, prägt das Geschehen. Cushman & Wakefield prognostiziert ein dynamisches zweites Halbjahr, wobei die Phase der Preisstabilisierung nach Einschätzung von Jan-Bastian Knod als abgeschlossen gilt.




