Eine jüngste Analyse von Savills zeigt einen bevorstehenden Rückgang des europäischen Büro-Fertigstellungsvolumens. Für das Jahr 2026 wird eine stabile Marktaktivität bei rund 3,5 Millionen Quadratmetern erwartet, was jedoch einen Rückgang von 28 Prozent im Vergleich zum Spitzenjahr 2022 darstellt. Der anhaltende Arbeitskräftemangel in der Bauwirtschaft beeinflusst den Sektor maßgeblich und führt zu Verzögerungen bei der Fertigstellung von Projekten. Demnach wurden 21 Prozent der ursprünglich für 2025 geplanten Büroflächen in das Jahr 2026 verschoben.
Für 2027 prognostiziert der internationale Immobilienberater einen weiteren Rückgang des Fertigstellungsvolumens um 23 Prozent auf 2,7 Millionen Quadratmeter im Jahresvergleich. Dieser Trend resultiert primär aus einem Mangel an neuen Projektstarts seit dem Jahr 2023. Ein weiteres Indiz für die zurückhaltende Entwicklungstätigkeit ist der Anteil spekulativ entwickelter Büroflächen: In den kommenden zwei Jahren werden lediglich 1,5 Prozent der Flächen in der Entwicklungspipeline spekulativ errichtet, was einen Rückgang gegenüber dem Wert von 3,0 Prozent vor vier Jahren bedeutet.
Regionale Unterschiede und Expertenmeinungen
Innerhalb Europas weisen Bukarest (3,6 Prozent), London West End (3,6 Prozent) und London City (3,2 Prozent) den höchsten Anteil an spekulativ entwickelten Flächen im Verhältnis zum gesamten Büroflächenbestand auf, mit Fertigstellungsterminen bis Ende 2027. Mike Barnes, Director, European Office Research bei Savills, merkte an, dass zwar einige Entwickler trotz der unsicheren Marktlage Projekte vorantreiben, um von potenziell höheren Mieten und einer Normalisierung des Investmentmarktes zu profitieren, das Eigenkapital jedoch insgesamt selektiver eingesetzt werde.
Christina Sigliano, EMEA Head of Global Occupier Services bei Savills, unterstreicht die Erwartung, dass die Leerstandsquoten für erstklassige, zentral gelegene Büroflächen in europäischen Metropolen weiterhin niedrig, bei etwa 2 bis 3 Prozent, verbleiben werden. Dies werde einen Aufwärtsdruck auf die Spitzenmieten ausüben und Asset-Managern Chancen bieten, Sekundärflächen in Premiumflächen umzuwandeln.
Situation auf dem deutschen Büromarkt
Diese Entwicklung ist auch auf dem deutschen Markt zu beobachten. Jan-Niklas Rotberg, Managing Director und Head of Office Agency Germany, erläutert, dass das Fertigstellungsvolumen in den sechs größten deutschen Städten in den kommenden zwei Jahren unter dem langjährigen Durchschnitt liegen wird. Die Verfügbarkeit von Neubauflächen variiert dabei regional beträchtlich. Während Düsseldorf vergleichsweise viel Neubaufläche bietet, ist das kurzfristige Angebot in Hamburg bereits als knapp einzuschätzen.
Die Situation wird durch einen Tiefstand bei den Baugenehmigungen für Büros im Jahr 2025 verstärkt, welcher das Neubauvolumen auch langfristig dämpfen dürfte. Angesichts einer anhaltend hohen Nachfrage nach hochwertigen Flächen ist demnach eine weitere Zuspitzung der Knappheit im Premiumsegment absehbar.




