Institutionelle Investoren finden auf den europäischen Wohnimmobilienmärkten weiterhin attraktive Anlagemöglichkeiten. Dies geht aus einer gemeinsamen Analyse hervor, die im Rahmen eines Webinars von Experten mehrerer Immobilienunternehmen vorgestellt wurde. Die untersuchten Märkte – Deutschland, Niederlande, Dänemark, Schweden und Spanien – weisen trotz unterschiedlicher regulatorischer Rahmenbedingungen ein gemeinsames Merkmal auf: einen strukturellen Nachfrageüberhang, der durch ein unzureichendes Wohnungsangebot begleitet wird. Diese Konstellation führt in allen Ländern zu steigenden Mieten und stabilen, positiven Renditeperspektiven.
Die Diskussionsteilnehmer identifizierten die unzureichende Neubautätigkeit als die größte Herausforderung in allen untersuchten Märkten. Diese verschärft das bestehende strukturelle Angebotsdefizit und trägt somit zur anhaltenden Attraktivität von Wohnimmobilien als Anlageklasse bei. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und kurzfristiger Zinsschwankungen zeigten sich die Wohnimmobilienmärkte bisher weitgehend resilient, was die defensiven Eigenschaften dieser Assetklasse untermauert.
Regionale Marktbeobachtungen
Mikael Hjorth, Fund Director bei CapMan, wies auf die Situation in den nordischen Märkten hin, wo die Neubautätigkeit seit 2022 deutlich reduziert sei und den tatsächlichen Wohnungsbedarf nicht decke. Dies erzeuge zusätzlichen Druck auf die Mietentwicklung. Wohnimmobilien blieben in Skandinavien eine der gefragtesten Assetklassen, insbesondere in Metropolregionen, wo langfristige Wachstumsperspektiven gesehen werden. Robbert van Dijk, Fund Director bei a.s.r. real assets, hob hervor, dass der niederländische Wohnungsmarkt von einer anhaltend hohen Nachfrage institutioneller Investoren profitiere. Die Mietentwicklung sei dort positiv, primär aufgrund der hohen Nachfrage nach bezahlbarem Mietwohnraum und der begrenzten Neubautätigkeit, was stabile Ertragsperspektiven für langfristig orientierte institutionelle Investoren biete.
Simon Lieb, Managing Director der KINGSTONE Residential Investments, erläuterte die Situation in Deutschland, wo der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum konstant hoch sei. Hohe Baukosten, Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen erschwerten jedoch die Schaffung neuer Wohnungen. Geförderter und preisgebundener Wohnraum entwickle sich daher zu einer eigenständigen und zunehmend attraktiven Assetklasse für institutionelle Investoren. Fernando Ramírez De Haro, Head of Spain & Portugal bei Savills Investment Management, merkte an, dass Spanien einen erheblichen Nachfrageüberhang verzeichne, da jährlich signifikant mehr Haushalte entstünden als Wohnungen fertiggestellt würden. Langfristige Investitionen institutioneller Investoren könnten hier einen wichtigen Beitrag zur Milderung der Knappheit leisten. Neben Madrid zeigten sich laut ihm besonders in dynamischen Städten wie Valencia und Málaga attraktive Perspektiven.
Strukturelle Dynamiken und Ausblick
Alle Experten betonten den strukturellen Charakter der Nachfrageüberhänge, die von einem unzureichenden Angebot an Wohnraum begleitet werden. Diese grundlegende Dynamik, die durch demografische Entwicklungen und Urbanisierungstrends verstärkt wird, sichert die Relevanz und Attraktivität von Wohnimmobilien für institutionelle Portfolios. Die Fähigkeit des Marktes, Mietsteigerungen zu generieren, unterstreicht die Wertschöpfungspotenziale, auch in einem anspruchsvolleren makroökonomischen Umfeld.
- —Beobachtete Märkte: Deutschland, Niederlande, Dänemark, Schweden, Spanien.
- —Kerneinigkeit: Struktureller Nachfrageüberhang trifft auf unzureichendes Angebot.
- —Konsequenzen: Steigende Mieten und stabile Renditeaussichten.
- —Hauptherausforderung: Unzureichende Neubautätigkeit in allen betrachteten Regionen.




