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Leitzinsentscheidungen der Federal Reserve und Europäischen Zentralbank im Fokus

Die Federal Reserve und die Europäische Zentralbank werden ihre Leitzinsen voraussichtlich unverändert lassen, wobei Marktbeobachter die geldpolitischen Implikationen für die Immobilienbranche analysieren.

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Leitzinsentscheidungen der Federal Reserve und Europäischen Zentralbank im Fokus

Angesichts bevorstehender Sitzungen der Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am 29. April und der Europäischen Zentralbank (EZB) am 30. April, kommentiert Rushabh Amin, Portfoliomanager im Team „Multi-Asset Solutions“ bei Allspring Global Investments, die erwarteten geldpolitischen Entscheidungen. Die Prognose geht davon aus, dass beide Zentralbanken ihre Leitzinsen beibehalten werden, was weitreichende Auswirkungen auf die Finanzmärkte und indirekt auf den Immobilienmarkt haben kann.

Analyse der Federal Reserve

Für die US-Notenbank Fed wird eine unveränderte Leitzinspolitik erwartet, die weitgehend den aktuellen Markterwartungen entspricht. Trotz jüngster Schwankungen rechnet der Markt erst gegen Ende des Jahres, frühestens im Dezember, mit einer möglichen Änderung der Geldpolitik. Die Relevanz der anstehenden Pressekonferenz des Vorsitzenden wird betont, da diese als potenzielle Quelle für unerwartete Äußerungen gilt. Es wird davon ausgegangen, dass der Fed-Vorsitzende den Fokus auf das duale Mandat der Fed legen und kurzfristige Volatilitäten, die beispielsweise aus den Energiemärkten oder geopolitischen Ereignissen resultieren könnten, als zweitrangig einstufen wird.

Die US-Wirtschaft zeigt trotz einer leichten Verbesserung am Arbeitsmarkt eine weiterhin hohe Inflation. Experten rechnen mit Zweitrundeneffekten aus globalen Konflikten, die den Preisauftrieb weiter verstärken könnten. Die Fähigkeit einer relativ expansiven Fiskalpolitik, diesen Wachstumsbelastungen entgegenzuwirken, wird als fraglich eingeschätzt, insbesondere ohne zusätzliche fiskalische Maßnahmen. Die stärkste Wirkung der fiskalischen Unterstützung des vergangenen Jahres wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 ihren Höhepunkt erreichen. Ein zentraler Aspekt bleibt die Bestätigung des zukünftigen Fed-Vorsitzenden und ein damit möglicher geldpolitischer Kurswechsel. In diesem Kontext wird erwartet, dass sich der mittlere Abschnitt der Zinsstrukturkurve in diesem Jahr in einer relativ breiten Spanne bewegen wird.

Perspektiven der Europäischen Zentralbank

Auch für die EZB wird erwartet, dass sie ihre Leitzinsen unverändert lässt. Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von etwa 10 Prozent für eine Zinserhöhung im April ein, wobei diese Wahrscheinlichkeit bis Juni auf rund 80 Prozent ansteigt. Bis zum Jahresende sind insgesamt zwei Zinsschritte antizipiert.

  • Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone bleibt schwach und bewegt sich nahe der Stagnationsgrenze.
  • Die Binnennachfrage ist verhalten, und das Kreditwachstum zeigt sich gedämpft, was grundsätzlich für eine spätere geldpolitische Lockerung sprechen würde.
  • Diesem stehen jedoch weiterhin anhaltende und zunehmend entkoppelte Inflationsdynamiken gegenüber, die eine restriktivere Haltung nahelegen.

Die EZB wird voraussichtlich weiterhin die Datenabhängigkeit ihrer Entscheidungen betonen und eine feste Verankerung der Inflationserwartungen abwarten, bevor ein geldpolitischer Kurswechsel signalisiert wird. Eine zeitliche Verzögerung zwischen sich verschlechternden Inflationsanzeichen und einer geldpolitischen Reaktion, ähnlich wie im Jahr 2022, wird erwartet. Die zentrale Herausforderung für die EZB besteht darin, ihre Kommunikation bezüglich der Inflationsrisiken mit einem fragilen Wachstumsausblick in Einklang zu bringen. Obwohl die Fiskalpolitik expansiv bleiben dürfte, wird davon ausgegangen, dass ein Großteil dieser Impulse die Realwirtschaft erst im Jahr 2026 erreichen wird. Folglich wird eine spürbare, wenn auch nicht lineare Beschleunigung der Inflation im Zeitverlauf erwartet.

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