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DGNB etabliert Auszeichnung für soziale Qualität in der Immobilienwirtschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat zusammen mit Partnern die Auszeichnung „Social Positive“ entwickelt, um die soziale Qualität von Immobilien objektiv mess- und bewertbar zu machen und gesellschaftlich relevante Aspekte zu fördern.

DGNB etabliert Auszeichnung für soziale Qualität in der Immobilienwirtschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern die Auszeichnung „Social Positive“ ins Leben gerufen. Dieses Instrument zielt darauf ab, die soziale Qualität von Gebäuden und Quartieren systematisch zu erfassen und zu bewerten. Die Beurteilung erfolgt vor Ort, um die tatsächliche Umsetzung und Akzeptanz der in der Planungsphase definierten sozialen Parameter im laufenden Betrieb zu verifizieren. Die Initiative setzt somit neue Maßstäbe und verleiht Projekten Sichtbarkeit, die einen positiven Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander und zur sozialen Gerechtigkeit leisten.

Laut Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der DGNB, schafft die Auszeichnung einen validen Rahmen, um den gemeinwohlorientierten Mehrwert von Immobilien sichtbar und bewertbar zu machen. Sie hob hervor, dass dies nicht nur gesellschaftlich relevant ist, sondern für Eigentümer auch strategische Bedeutung besitzt, da die soziale Qualität maßgeblich zur langfristigen Wertstabilität einer Immobilie beiträgt. Im Fokus stehen Projekte, die über ihre primäre Funktion hinausgehen, Gemeinschaftsstrukturen stärken, Partizipation ermöglichen und die Lebensqualität steigern. Wesentlich ist hierbei nicht nur ein innovatives Nutzungskonzept, sondern auch die Einbindung in das umgebende Quartier sowie die Schaffung von Mehrwerten für die Nachbarschaft. Ausgezeichnete Projekte sollen eine Baukultur repräsentieren, in der die soziale Dimension als integrierter Bestandteil nachhaltiger Entwicklung verstanden und umgesetzt wird.

Kooperationen und Relevanz für die Branche

Die Entwicklung des Anforderungskatalogs erfolgte in enger Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern. Diese kollaborative Herangehensweise war laut Dr. Lemaitre entscheidend, um die Kriterien aus diversen Perspektiven fundiert herauszuarbeiten und die Stärkung des sozialen Miteinanders in der Architektur konsistent voranzutreiben. Zu den beteiligten Organisationen gehören die Green Building Councils aus Österreich, der Schweiz, Spanien und Kroatien, der Deutsche Werkbund, die Hamburger Kreativ Gesellschaft, das BIS Institut für Sozialforschung Berlin, die Montag Stiftung Urbane Räume sowie die gif Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung. Als Impulsgeber und Mitinitiator fungierte das Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft (ICG).

Susanne Eickermann-Riepe FRICS, Vorstandsvorsitzende des ICG und Vorsitzende des DGNB Immobilienbeirats, unterstrich die Bedeutung der Auszeichnung für die Immobilienwirtschaft. Sie betonte die Notwendigkeit, neben ökologischen und ökonomischen Faktoren auch den gesellschaftlichen Beitrag von Projekten systematisch zu messen und zu visualisieren, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die DGNB-Auszeichnung „Social Positive“ ermögliche genau dies. Sie zeigte sich erfreut über die federführende Umsetzung dieses Themas durch die DGNB.

Acht Themenfelder und das Auszeichnungsverfahren

Die neue Auszeichnung gliedert sich in acht spezifische Themenfelder, die eine positive Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft adressieren. Dazu zählen die „Einbindung der Öffentlichkeit und der Nutzenden“, die „Begehbarkeit und Inklusion“, „Gesundheit und Wohlbefinden“, „Sicherheit und Schutz“, „Sozialer Zusammenhalt und gemeinschaftliche Nutzung“, die „Ökonomische und soziale Eignung“, „Nachhaltigkeit mit gesellschaftlichem Mehrwert“ sowie „Nutzerfeedback und Nutzerzufriedenheit“. Diese Kriterien prüfen Aspekte von der Integration in das Quartier über barrierefreien Zugang und Maßnahmen zur Kriminalitätsprävention bis hin zur Förderung von Gemeinschaftsstrukturen und der Nutzung grüner Infrastrukturen. Die Bewertungsunterlagen sind öffentlich zugänglich.

  • Einbindung der Öffentlichkeit und der Nutzenden
  • Begehbarkeit und Inklusion
  • Gesundheit und Wohlbefinden
  • Sicherheit und Schutz

Das Auszeichnungsverfahren ist zweistufig konzipiert und befindet sich aktuell in einer Pilotphase. Projekte können unabhängig von einer bestehenden DGNB Zertifizierung angemeldet werden. Zugelassen sind Gebäude und Quartiere in Deutschland sowie in den Partnerländern Österreich, Schweiz, Spanien und Kroatien. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Fertigstellung und vollständige Inbetriebnahme des Projekts. Eine Expertenkommission prüft zunächst die eingereichten Unterlagen auf die herausragende Umsetzung und gelebte soziale und gemeinwohlorientierte Aspekte. Bei positivem Ergebnis erfolgt eine Vor-Ort-Begehung, bei der die Kommission die tatsächliche Wirkung des Projektes anhand eines Fragebogens, der die acht Themenfelder umfasst, bewertet.

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