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Greyfield Index 2026: Bestandsumbau als zentraler Motor der Bauaktivität in Deutschland

Der aktuelle Greyfield Index 2026 belegt datenbasiert, dass Bestandsumbau-Maßnahmen in Deutschland zunehmend die Bauaktivität prägen und in mehreren Bundesländern bereits den Neubau übertreffen.

Greyfield Index 2026: Bestandsumbau als zentraler Motor der Bauaktivität in Deutschland

Der kürzlich veröffentlichte Greyfield Index 2026 illustriert erstmals auf Datenbasis, dass in einer wachsenden Anzahl deutscher Bundesländer das Bauen im Bestand die dominante Bauform darstellt. Umbau, Umnutzung und Revitalisierung manifestieren sich demzufolge als maßgebliche Faktoren der Bautätigkeit bundesweit. Timm Sassen, Gründer und Inhaber der Greyfield Group, konstatiert, der Bestand sei in vielen Regionen zur Normalität avanciert, nicht mehr die Ausnahme. Er hebt hervor, dass der Index eine spürbare Branchenentwicklung sichtbar mache: Die Zukunft des Bauens basiere auf dem Vorhandenen. Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung gewinnen kontinuierlich an Relevanz und entwickeln sich zum zentralen Motor der Bauaktivität in Deutschland.

Gemäß den aktuellen Auswertungen des Greyfield Index beläuft sich der bundesweite Indexwert auf knapp 80 Punkte. Dies bedeutet, dass bereits circa 44 Prozent aller Bauaktivitäten auf den Bestand entfallen. Eine signifikante Entwicklung ist insbesondere auf Ebene der Bundesländer zu beobachten. In Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen (NRW), dem Saarland und Thüringen übersteigt der Anteil der Bauaktivitäten im Bestandssegment bereits den Neubau. Hier prägt der Bestand das Baugeschehen. Die regionalen Unterschiede visualisieren ferner den Grad der Transformation. Dort, wo Flächen limitiert, Innenstädte verdichtet, Bestände älter und der Transformationsdruck hoch sind, gewinnt das Bauen im Bestand an Bedeutung. Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern bilden die Schlusslichter im Ländervergleich.

Regionale Verschiebungen und politische Herausforderungen

In Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, zeigt sich eine ausgeprägte Verschiebung innerhalb der Großstädte. Bestandsmaßnahmen sind dort bereits deutlich umfangreicher als Neubauprojekte. So finden in Düsseldorf und Bochum über zwei Drittel sämtlicher Bauaktivitäten im Bestand statt. Der bereits im Vorjahr feststellbare Trend setzt sich somit fort, und der Bestand etabliert sich zunehmend als Stabilitätsanker für die Bau- und Immobilienwirtschaft.

Timm Sassen formuliert, die zentrale Frage sei nicht mehr die Relevanz des Bestands, sondern die Geschwindigkeit der Reaktion von Politik, Förderstrukturen, Bauordnungen und Finanzierung. Wer Wohnraum schaffen, CO₂ reduzieren und Flächenverbrauch minimieren wolle, müsse den Bestand konsequent zur Primäroption machen. Hierfür seien vereinfachte Standards, adäquate Förderbedingungen und die Unterstützung von Städten und Kommunen erforderlich. Der Greyfield Index verdeutlicht, dass die existierenden Rahmenbedingungen in vielen Bereichen noch am Neubau ausgerichtet sind. Förderprogramme, Genehmigungsprozesse, Normen und die öffentliche Debatte folgen oft dieser Logik, obgleich die Bauaktivität verstärkt im Bestand erfolgt.

Transparenz durch den Greyfield Index

Der Greyfield Index dient als Transparenzinstrument. Er legt dar, wo in Deutschland umgebaut wird, wo der Bestand den Neubau übertrifft und wo politische sowie wirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen sind. Die Greyfield Group erhebt und aktualisiert den Index jährlich. Die Methodik setzt Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Bestand ins Verhältnis zu den entsprechenden Neubauzahlen. Dadurch wird die Prägung der Bau- und Immobilienwirtschaft durch Umbau, Umnutzung, Erweiterung, Aufstockung und Revitalisierung quantifizierbar. Der Index bietet somit eine datengestützte Grundlage für Politik, Kommunen, Investoren, Bestandshalter und die Bauwirtschaft. Das übergeordnete Ziel ist es, die Transformation vom Neubau zum Bestand nicht nur zu beschreiben, sondern messbar zu machen.

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