Der Münchner Bürovermietungsmarkt zeigte im zweiten Quartal des Jahres 2026 eine signifikant erhöhte Aktivität. Gemäß den Analysen von Cushman & Wakefield erreichte der Flächenumsatz zwischen April und Juni 2026 etwa 190.000 m². Dies stellt gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (Q2 2025: 122.700 m²) eine Zunahme um 55 Prozent dar. Kumuliert für das erste Halbjahr 2026 beläuft sich der Büroflächenumsatz auf 329.200 m², was einem Anstieg von 26 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres entspricht. Das Quartalsvolumen übertraf den 10-Jahresdurchschnitt um ungefähr 31 Prozent.
Diese positive Entwicklung wurde nicht primär durch eine isolierte Großtransaktion getragen, sondern durch eine konsistente Marktaktivität über diverse Größenklassen hinweg. Matthias Hofmann, Head of Regional Branch Management Germany und Head of Office Agency München bei Cushman & Wakefield, hob hervor, dass sowohl das zweite Quartal als auch das gesamte erste Halbjahr 2026 ein deutliches Momentum offenbarten. Das Halbjahresergebnis übertrifft den 5-Jahresdurchschnitt um 15 Prozent und liegt nur noch 5,3 Prozent unter dem 10-Jahresdurchschnitt. Damit positioniert sich München neben Berlin als einer der Leistungsträger im deutschen Büromarkt.
Treiber der Marktentwicklung und Branchenfokus
Die positive Entwicklung des Marktes wurde durch eine hohe Anzahl kleiner und mittlerer Abschlüsse sowie durch einen bedeutenden Eigennutzerabschluss maßgeblich beeinflusst. Der größte einzelne Abschluss im zweiten Quartal war die Erweiterung des Apple-Standortes an der Seidlstraße 15–19, umfassend mehr als 29.000 m². Weitere namhafte Abschlüsse über 5.000 m² waren Siemens im Science Center (ca. 6.750 m²), Alphalignis im Südlicht (ca. 6.450 m²) sowie Analog Devices in den Highlight Towers (ca. 5.380 m²). Insgesamt wurden im zweiten Quartal 195 Abschlüsse registriert, was eine nahezu unveränderte Dealanzahl gegenüber dem Vorjahreszeitraum (H1 2026: 295 Abschlüsse; H1 2025: 291 Abschlüsse) bedeutet, jedoch aufgrund des höheren Flächenumsatzes eine gestiegene durchschnittliche Dealgröße signalisiert.
Der überwiegende Teil des Flächenumsatzes im zweiten Quartal, etwa 150.000 m² von rund 190.000 m², entfiel auf Vermietungen, während Eigennutzer etwa 40.000 m² belegten, hauptsächlich durch den Apple-Abschluss. Branchenseitig dominierten die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Industrieunternehmen das Marktgeschehen, welche zusammen mehr als 50 Prozent des gesamten Flächenumsatzes generierten. Herr Hofmann konstatierte, dass die anhaltende hohe Anzahl von Abschlüssen belege, dass die Nachfrage nicht allein von Großgesuchen abhänge, und dass Unternehmen bei klarer Strategie bereit seien, umfangreiche Entscheidungen umzusetzen.
Mietpreisentwicklung und Leerstandsquote
Die Spitzenmiete setzte den Aufwärtstrend fort und erreichte im zweiten Quartal 57,00 Euro/m², was einem Anstieg von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 3,6 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Die Durchschnittsmiete stieg ebenfalls auf 27,55 Euro/m², ein Plus von 1,7 Prozent zum Vorquartal und 3,0 Prozent zum Vorjahresquartal. Die Nachfrage nach modernen, qualitativ hochwertigen und gut angebundenen Büroflächen, insbesondere in zentralen Lagen wie Altstadt und Maxvorstadt, stützt dieses Mietniveau. Der Markt zeigt sich segmentiert, wobei hochwertige Flächen bei hoher Nachfrage auf einen sich unter Druck befindlichen Bestand mit Modernisierungsbedarf treffen. Die Bereitschaft zur Zahlung für Produkte, die moderne Arbeitsmodelle unterstützen und ESG-Anforderungen erfüllen, bleibt hoch.
Der Büroflächenleerstand in München erhöhte sich bis zum Ende des zweiten Quartals 2026 auf rund 2,01 Mio. m². Dies führte zu einer Leerstandsquote von 9,2 Prozent, ein Anstieg um 40 Basispunkte zum Vorquartal und um einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahresquartal. Dieser Anstieg resultiert aus einer fortschreitenden Marktselektion, bei der veränderte Arbeitsmodelle, eine kritischere Einschätzung des Flächenbedarfs und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Flexibilität dazu führen, dass nicht alle frei werdenden Flächen umgehend absorbiert werden. Objekte, die den gegenwärtigen Nutzeranforderungen nur bedingt gerecht werden, sind hiervon besonders betroffen.




