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Barry LePatner von LePatner & Associates: Perspektiven zur Bauindustrie

Barry LePatner, Gründer von LePatner & Associates, beleuchtet die aktuellen Herausforderungen der Bauindustrie und betont die mangelnde Nutzung von künstlicher Intelligenz als Lösung für chronische Probleme.

Barry LePatner von LePatner & Associates: Perspektiven zur Bauindustrie

Barry LePatner, Gründer der New Yorker Anwaltskanzlei LePatner & Associates, verfolgt seit über vier Jahrzehnten aufmerksam die Schwierigkeiten der Bauindustrie. Seine Kanzlei, die vor über 45 Jahren Architekten, Ingenieure und andere Designer vertrat, entwickelte sich schnell zu einem Experten für Bau-, Design- und Verhandlungsprozesse. Anfang der 1990er Jahre erweiterte sich die Praxis auf Immobilieneigentümer, Entwickler und Baukreditgeber.

LePatner setzt sich seit Langem für die Identifizierung und Beseitigung von Ineffizienzen im Bauprozess ein. Im Jahr 2007 veröffentlichte er sein Buch „Broken Buildings, Busted Budgets: How to Fix America’s Trillion-Dollar Construction Industry“, in dem er sich gegen „Fast-Track“-Projekte aussprach, die zu Kostenüberschreitungen führen. 2010 folgte „Too Big to Fall: America’s Failing Infrastructure and the Way Forward“ über den Zustand der alternden US-Infrastruktur. Ein Artikel des New York Magazine aus dem Jahr 2008 bezeichnete ihn sogar als „Kassandra der Infrastruktur“.

Technologie als Lösung für Branchenprobleme

Heute fordert LePatner eindringlich, was viele andere Branchen bereits umsetzen: den verstärkten Einsatz von Technologie. Er sieht moderne technologische Werkzeuge wie künstliche Intelligenz als entscheidendes Mittel zur Überwindung chronischer Probleme der Bauindustrie, darunter Verzögerungen im Zeitplan, Kostenüberschreitungen und bürokratischer Aufwand. Er kritisiert jedoch, dass Architekten und Designer offenbar nicht bereit sind, sich anzupassen. Im Juni sprach der Commercial Observer mit LePatner über seine Ansichten zu den Ursachen der aktuellen Schwierigkeiten in der Bauindustrie und über mögliche Lösungsansätze.

Im Gespräch äußerte LePatner seine größte Besorgnis über die Branche, insbesondere nach 45 Jahren Erfahrung mit Architekten, Designern und Entwicklern. Er erinnerte an den technologischen Abschwung zu Beginn des Jahrhunderts, gefolgt vom Zusammenbruch der Finanzmärkte 2008. Die Erholung der Immobilien-, Design- und Baubranche dauerte bis 2011 bis 2013. Anschließend habe die COVID-19-Pandemie die Lieferketten massiv beeinträchtigt und die globale Beschaffung von Materialien unzuverlässig gemacht. Seitdem herrsche ein anhaltendes Gefühl von Angst, Unsicherheit und Zweifel bei allen Akteuren, da niemand einem Eigentümer heute die Verfügbarkeit der geplanten Projektelemente oder einen garantierten Festpreis zusichern könne.

Hinzu komme der Mangel an Arbeitskräften: Die Bauindustrie habe vor einigen Jahren etwa 450.000 Arbeiter benötigt, und heute seien es aufgrund der Einwanderungspolitik der Regierung noch etliche Hunderttausend mehr. All diese Probleme durchdringen die Immobilien-, Design- und Bauindustrie bei jedem einzelnen Projekt. Ein weiteres großes Problem sei die langsame und minimale Akzeptanz von Technologie durch die Architektur- und Designberufe. LePatner kritisiert, dass eine ganze Branche zurückgehalten wird, weil Architekten sich offenbar der technologischen Unterstützung verschließen, obwohl andere Branchen massiv Technologie und künstliche Intelligenz implementieren.

Konkrete Fallbeispiele und notwendige Veränderungen

LePatner führte ein Beispiel aus seiner jüngsten Arbeit an, das die Abhängigkeit von Lieferketten verdeutlicht. Er vertrat einen großen Baukreditgeber, der Routinekredite in Millionen- und Milliardenhöhe für Projekte vergab. Bei einem kürzlich entwickelten, 2 Millionen Quadratfuß großen Lagerhausprojekt, das bereits einen geprüften Auftragnehmer, Design- und Konstruktionspläne sowie ein Budget vorweisen konnte, hielt sich die Kreditvergabe aufgrund einer Risikoanalyse auf. LePatner stellte fest, dass die Außenfassade aus vorgefertigten Betonplatten bestehen sollte. Nach einer Recherche identifizierte er nur vier Fabriken in den Vereinigten Staaten, die diese Paneele herstellen. Alle vier Fabriken produzierten rund um die Uhr und gaben eine Mindestwartezeit von 14 Monaten für neue Bestellungen an. Er erklärte dem Team, dass sie das Projekt in 14 Monaten beenden würden, aber wenn sie die Bestellung erst dann aufgeben würden, stünde das Gebäude als leere Hülle da. Dieses Problem führte zu einer langen Stille während der Telefonkonferenz. LePatner betonte, dass man sich heute nicht mehr auf die Zusicherung von Lieferketten oder die Kapazitäten von Auftragnehmern, Lieferanten und Herstellern verlassen kann, die früher vielleicht produktiv gewesen sind. Daher sei es unerlässlich, jedes Element eines Projektdesigns und -baus sorgfältig zu überprüfen.

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